Magdeburg l Schon als er die Installationen auf dem Mariannenplatz aufgebaut hatte, dachte sich der Künstler Pawel Lickas: Wenn etwas gestohlen werden sollte, dann wohl das Maschinengewehr. „Und so kam es jetzt auch“, erzählt der Künstler im Volksstimme-Gespräch.

Nimmt es mit Humor

Lickas ist für seine außergewöhnlichen Metallskulpturen bekannt, die zu zahlreichen Anlässen in Magdeburg immer wieder präsentiert werden, unter anderem auch beim „Buckauer Weihnachtsspecktakel“ und dem Kunstmarkt „Heinz“. Eine dieser Skulpturen heißt: „Mit dem Gewehr. Alle machen mit und wer nicht mitmacht wird erschossen.“ Sie zeigt einen Fisch und ein Maschinengewehr – in Anlehnung an das Christentum und den Sozialismus. Beides seien Bewegungen, in deren Namen auch Missbrauch betrieben wurde. Das Maschinengewehr sei auch ein Symbol für die Männlichkeit. Und in Salbke gebe es viele „Atzen“, die sehr viel Männlichkeit versprühen wollten. Der Künstler nimmt es mit Humor, dankt für das Interesse. „Und irgendwie ist es auch ein Kompliment“, erklärt er. In dem Diebstahl selbst sieht er sogar eine kleine Performance. Wahrscheinlich hängt das Gewehr jetzt in irgendeinem Garten oder über irgendeinem Bett.

Vermutlich sei das Gewehr ohne großen Aufwand entfernt worden. Es hing an einer Metallkette, die vermutlich so lange gedreht wurde, bis sie sich vom Gewehr löste. Lickas möchte nun ein neues Gewehr bauen – entweder so schwer, dass es sich nicht einfach wegtragen lässt oder so gut befestigt, dass es nicht so leicht entfernt werden kann.

Bilder

Der Mariannenplatz soll in Zukunft umgestaltet werden und für die Fermersleber zu einem zentralen Platz und Treffpunkt ausgebaut werden. Doch bis es soweit ist, werden wohl noch ein bis zwei Jahre vergehen. Während dieser Zeit wird der Platz dem Magdeburger Künstler zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollte im April dort auch eine öffentliche Veranstaltung stattfinden. Aber coronabedingt musste diese abgesagt werden. Nun arbeitet Lickas mit einem Künstlerkollegen an einer Nachholung.