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Glasfasernetz in der Magdeburger Altstadt wird ausgebaut

Der Ausbau des Glasfasernetzes in Magdeburg geht weiter. Aktuell ist die Telekom dabei, ihr Netz in der Altstadt auszubauen.

Baustellen wie diese am Breiten Weg wird es in der Altstadt in diesem Jahr häufiger geben. Die Telekom baut ihr Glasfasernetz weiter aus.
Baustellen wie diese am Breiten Weg wird es in der Altstadt in diesem Jahr häufiger geben. Die Telekom baut ihr Glasfasernetz weiter aus. Foto: Ivar Lüthe

In der Altstadt wird es in der nächsten Zeit immer wieder vereinzelte Baustellen geben. Hintergrund sind Arbeiten im Auftrag der Telekom. Sie baut im Gebiet der Altstadt sowie einem Teil des Werders ihr Glasfasernetz aus. Für rund 11.800 Haushalte und Unternehmen ist es laut Telekom während der Ausbauzeit möglich, sich an das Glasfasernetz anschließen zu lassen.

Dabei geht es um den sogenannten FTTH-Ausbau. FTTH steht für „fiber to the home“ und bedeutet, dass der Glasfaseranschluss bis ins Haus oder die Wohnung verlegt wird. Im Ausbaugebiet stehen dann Bandbreiten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) zur Verfügung.

Um die Haushalte und Unternehmen während des Ausbaus mit anzuschließen, müssen diese jedoch aktiv werden, ansonsten wird das Glasfaserkabel am Haus vorbeigeführt. Ein Anschluss ist zwar auch später möglich, muss dann aber aus eigener Tasche bezahlt werden. Während des Ausbaus ist der Anschluss kostenlos, so Dietmar Gerk, Leiter Telekom Technik in Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen werde jetzt alle Eigentümer und Hausverwalter anschreiben und über die Details informieren. Auch wer zur Miete wohnt, könne sich melden. Die Telekom gehe dann auf den Vermieter zu. Zudem soll unter anderem ein Infomobil in die Altstadt kommen und für Fragen und zur Beratung zur Verfügung stehen.

175 Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt

Für den Ausbau des Glasfasernetzes werden rund 28 Kilometer Tiefbauarbeiten durchgeführt, 55 Netzverteiler neu aufgestellt und bis zu 175 Kilometer Glasfaserkabel in der Stadt verlegt. Die Tiefbauarbeiten sollen im Wesentlichen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Einzelne Anschlussbaustellen sind aber auch noch im nächsten Jahr möglich, hieß es gestern.

In der Neustadt und Sudenburg hat die Telekom bereits in der Vergangenheit ihr Glasfasernetz ausgebaut. Wenn die Altstadt abgeschlossen ist, sollen rund 25.000 Haushalte über die Möglichkeit des Glasfaseranschlusses verfügen, sagte Andreas Meyer, Regionalmanager bei der Telekom. Derzeit sei man bereits in weiteren Planungen, um auch in anderen Stadtteilen die Voraussetzungen für einen Glasfaseranschluss zu schaffen.

Die Landeshauptstadt jedenfalls hat „großes Interesse“ am weiteren Ausbau des Glasfasernetzes im Stadtgebiet, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). „Das zurückliegende Jahr hat uns gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges Netz ist“, so Trümper mit Blick auf Heimunterricht für Schüler und Heimarbeit für Arbeitnehmer. Videokonferenzen und der Austausch von Daten seien immer mehr in den Vordergrund getreten. Auch der private Bedarf sei gestiegen. Telekom-Technikchef Gerk pflichtet ihm bei: „Corona war der Beschleuniger.“

Schulen sollen schnell ans Netz

Wichtig für Trümper sei, „dass die Schulen schnell ans Glasfasernetz kommen“. Bis Ende 2022 soll der Anschluss über den „Digitalpakt Schule“ abgeschlossen sein. Dann ist die Stadt an der Reihe, in den Schulen das WLan-Netz aufzubauen. Zudem müssen entsprechende Hardware und Programme angeschafft werden. Zielmarke hier ist das Jahr 2023. Der Anschluss der Schulen sowie von Unternehmen in Industrie- und Gewerbegebieten laufen separat zur Netzerweiterung in der Altstadt, so Telekom-Regiomanager Meyer.

Auch andere Unternehmen sind in Magdeburg dabei, ihr Glasfasernetz weiter auszubauen sowie Möglichkeiten für höhere Bandbreiten zu schaffen. Der Stadt sei jeder willkommen, der den Ausbau vorantreibe, sagte die Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger.

Zu den anderen Unternehmen gehört beispielsweise die Magdeburg-City-Com GmbH (MDCC). Auch sie baut ihr Glasfasernetz in Magdeburg sukzessive aus, setzt beim FTTH-Ausbau auf die Erschließung von neuen Eigenheimgebieten sowie Neubauten und Kernsanierungen. So hat das Unternehmen bereits unter anderem in der Altstadt beim Neubau des Domviertels Glasfaseranschlüsse bis ins Haus verlegt, wie ein Sprecher auf Nachfrage sagte. Hinzu kämen über das Stadtgebiet verteilt mehrere Neubaugebiete. Weitere seien in Planung. Zudem setze das Unternehmen auf die Aufrüstung seines Glasfaserhybridnetzes, um höhere Bandbreiten anbieten zu können.

„Der Ausbau des Glasfasernetzes in der Stadt wird nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein. Aber Schritt für Schritt werden auch die anderen Stadtteile angeschlossen“, so Trümper. Im Vergleich zu anderen Regionen im Land stehe Magdeburg mit der Breitbandabdeckung gut da.