Magdeburg l Um die Verweildauer von Besuchern in Magdeburg und im Magdeburger Hundertwasserhaus zu erhöhen, ist in der Grünen Zitadelle ein Hausmuseum eingerichtet worden. Die letzten Feinarbeiten haben Matias Tosi als Künstlerischer Leiter und Daniel Schaup als Kurator der Ausstellung gestern erledigt, so dass das Museum nun bereit ist für die Besucher. Offizieller Auftakt ist am morgigen 3.  Oktober. Für die Grüne Zitadelle dürfte das Museum eine Art Geburtstagsgeschenk sein. Denn im Oktober 2005 wurde das markante Gebäude im Herzen der Stadt Magdeburg eröffnet. Die Eröffnung des Museums ist zunächst für geladene Gäste gedacht. Ab dem 4. Oktober können die Magdeburger und Touristen die Räumlichkeiten erobern, und zwar im Rahmen von Führungen.

„Wir wollen den Leuten die Möglichkeit geben, sich anschließend noch im Haus aufzuhalten, hier zu verweilen“, sagt Matias Tosi, „statt sie nur durchzuschleusen.“ Daher wurde in dem Museum auch eine Bar eingerichtet und Möbel eingebaut, die an eine Lounge erinnern.

Arbeiten von Max Grimm und Volker Kiehn

Zu sehen sind dort zunächst Originalbilder von Friedensreich Hundertwasser, dem Schöpfer der Grünen Zitadelle Magdeburg. Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 hatte der österreichische Architekt noch an den Entwürfen für Magdeburg gearbeitet. Neben den Bildern von Hundertwasser sind aber auch die Werke zeitgenössischer Künstler zu sehen: die fantasievollen Arbeiten des Magdeburger Künstlers Max Grimm zum Beispiel oder Werke von Volker Kiehn. Und auch die Arbeiten internationaler Künstler werden ausgestellt. Zu ihnen zählen aktuell Werke des spanischen Künstlers Alejandro Stock-Silbermann sowie des Lichtkünstlers Franz Betz aus der Schweiz. Die Ausstellungen sollen wechseln.

Das Museum erstreckt sich über zwei Etagen. Langfristig besteht die Möglichkeit, es um einen Außenbereich zu erweitern. Dort können dann auch Skulpturen präsentiert werden.

Insgesamt habe sich das Haus sehr positiv entwickelt, berichtet Matias Tosi. „Wir haben etwa 30 Prozent mehr Besucher zu verzeichnen“, sagt er. 30 000  Besucher sollten in diesem Jahr durch das Haus geführt werden. „Die haben wir schon längst erreicht, und das Jahr ist noch nicht vorbei“, sagt Tosi.

Neues Museum soll mehr Besucher bringen

Erreicht wurde dies nicht nur durch das erweiterte Führungsangebot, sondern auch dadurch, dass sich das Haus nach außen geöffnet hat. Es gab Malwettbewerbe und -aktionen, außerdem organisierte das Hundertwasserhaus im vorigen Jahr den Guinness-Rekord-Versuch und hat sich im Buch der Rekorde verweigt.

Tosis Hoffnung ist, dass sich dieser positive Trend auch in der kälteren Jahreszeit fortsetzt, in der das Haus schwächer besucht ist. Das Museum soll hier ein weiteres Puzzleteil sein und wird das Haus auch insofern beleben, da die Räume gemietet werden können, wenn der Führungsbetrieb beendet ist.

Informationen: www.gruene-zitadelle.de