Laufserie (10)

Halber Marathoni - Stimmungshoch am Dom

Die Volksstimme testet für die Serie „Laufend unterwegs“ die Laufstrecken der Stadt. Heute: Der Halbmarathon beim Magdeburg Marathon.

Magdeburg l Sie stehen nun fest, die neuen Strecken des Magdeburg Marathons. Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz führen dazu, dass Sachsen-Anhalts größte Laufveranstaltung (über 6000 Starter im Vorjahr) in Abstimmung zwischen der Volkslaufgemeinschaft (VLG) 1991 Magdeburg als Organisator und der Stadt zu einem Citylauf wird. Herrenkrugpark und Trogbrücke in Hohenwarthe werden gegen die Alte Neustadt und Buckau eingetauscht. Urban heißt das Stichwort und Walther-Rathenau-Straße – Gareisstraße – Nordpark (wird gestreift, nicht durchlaufen) – Peter-Paul-Straße – Sarajevo-Ufer lautet die Beschreibung der ersten fünf Kilometer der Halbmarathon-strecke, die anschließend entlang der Elbe zum Klosterbergegarten führt. Der Asphalt bzw. das Kopfsteinpflaster bringt beim Test die Schuhe bereits nach diesem Teilstück zum Glühen, was auch an den gegenwärtigen Temperaturen liegt. Nächster Halt, Domplatz.

Die Schleife zum Dom über den Hasselbachplatz und Breiten Weg ist der Höhepunkt der Strecke: Der Blick auf das Wahrzeichen beflügelt bereits beim Trockenlauf und gibt mentalen Rückenwind für den Weg zum Stadtpark, der im Vorjahr ausgespart wurde. Ralf Eger von der VLG preist den Domplatz für den Lauftag im Oktober als stimmungsmäßiges Epizentrum an, das u. a. Musik zu bieten hat. Beim Testlauf gibt das Sommertheater einen kleinen Vorgeschmack.

Viele Magdeburger dürften sich freuen, über die Sternbrücke mit dem Stadtpark ihr Trainingsterrain umrunden zu können, gilt er doch als einer der beliebtesten Laufstrecken. Nicht wenige fühlen sich bei einem Wettkampf wohler, eine bekannte Strecke absolvieren zu können, was dem Sicherheitsgefühl a la „hier kenn‘ ich mich aus“ zuträglich ist und das Selbstvertrauen stärkt. Pessimisten dürften sich ärgern, noch fast zwölf Kilometer bis zum Erreichen der Ziellinie an den Messehallen im Elbauenpark vor der Brust zu haben. Das letzte Teilstück auf dem Werder (Zollstraße – Gartenstraße – Oststraße) bringt aufgrund des harten Asphalts die Waden zum Zucken ... Ein letztes Aufbäumen und nach etwas mehr als 21 Kilometern kann man sich Halbmarathoni nennen. Marathonis werden ja liebevoll die Läufer der Königsstrecke, des Marathons, genannt.

Fazit: Die Streckenführung über das Herz der Innenstadt lässt darauf hoffen, von weitaus mehr Zuschauern angefeuert zu werden, als dies in den Vorjahren der Fall war. Die übersichtliche 10-Kilometer-Distanz fällt ein wenig in ihrer Attraktivität ab – den Hasselbach- und Domplatz sowie Stadtpark gibt es nur bei den langen Distanzen. Schon deshalb sollte es mindestens ein Halbmarathon sein ...