Magdeburg l Beim Jugendamt und in den Kinderheimen und -gärten der Stadt Magdeburg ist sie längst bekannt. Es kann nämlich sein, dass Ingeborg Hartmann einmal anruft und fragt, ob Bedarf an einem Sack voller gehäkelter Puppen und Teddys besteht. Denn sie ist die „Häkel-Oma“.

„Als Kind habe ich mir gewünscht, dass ich eine Puppe oder einen Teddy habe, dem ich alles erzählen kann. Das hatte ich leider nicht“, erzählt die heute 61-jährige Frührentnerin. Seit 2013 möchte sie Kindern eine Freude machen, „denen es im Leben nicht so gut geht“. Kindern, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, oder Kindern, die ihre Familie verlassen mussten, zum Beispiel.

Kuscheltiere für die Tafel

In Magdeburg beschenkte Ingeborg Hartmann deshalb unter anderem das Kinder- und Jugendheim „Erich Weinert“, den Wildwasser e. V. und das Jugendamt mit ihren bunten Werken. Erst vor wenigen Tagen hat sie drei große Säcke voller Kuscheltiere an die Magdeburger Tafel übergeben, damit die Kinder, wie sie sagt, „auch in schwierigen Lebenssituationen etwas in der Hand halten können, das sie tröstet“.

Bilder

Ingeborg Hartmanns Puppen sind so unterschiedlich wie die Jungen und Mädchen, an die sie sie verschenkt: „Wenn ich irgendwo anrufe, frage ich, was für Kinder da sind und was die mögen. Dann häkele ich möglichst kindbezogen.“ An einer Puppe sitzt sie etwa einen Tag, manchmal sogar zehn Stunden am Stück. Nachdem sie den Haushalt erledigt hat, widmet sie sich ihrem Hobby, das sie selbst finanziert.

Häkel-Oma auch auf Facebook aktiv

2016 hat Ingeborg Hartmann das Online-Netzwerk Facebook für sich entdeckt. Auf ihrer eigenen Seite „Häkeloma Inge Hart“ und in mehreren Gruppen vernetzt sie sich mit gleichgesinnten Häkelfreunden.

Ihr Netzwerk umfasst etwa 200 Leute. Mit ihnen veranstaltet sie sogenannte „CALs“. Das steht für ein gemeinsames Häkeln übers Internet (englisch: Crochet along). Hartmann verschickt eine selbst entwickelte Anleitung für eine Puppe und den nächsten Teil bekommt man nur, wenn man ein Bild des bisher fertigen Stücks zurückschickt.

Gerne würde sie auch eine Häkelgruppe in Magdeburg aufbauen. „Auch nur, um anderen das Häkeln beizubringen. Man muss auch nicht unbedingt mit mir spenden, nur dass man sich trifft und gemeinsam häkelt wäre schön“, wünscht sie sich. Wer noch nicht häkeln kann, sollte nicht schüchtern sein. Vor drei Jahren war Ingeborg Hartmann selbst noch Häkelneuling. Erst 2013 begann sie ihr Hobby und hat bis heute über 400 Puppen und Teddys hergestellt und verschenkt.

Wer häkeln möchte oder mit Ingeborg Hartmann in Kontakt treten möchte, erreicht sie unter haekeloma-inge-hart@gmx.de.