Magdeburg l Jahrelang hat das Radio treue Dienste geleistet. Von den neuesten Nachrichten bis hin zu den schönsten Liedern hat es alles einwandfrei abgespielt. Und dann, von einem Tag auf den anderen, ist das Radio plötzlich stumm. Was nun? Wegschmeißen und ein neues kaufen?

Nein, es gibt einen viel besseren Weg. Und der führt ins Alten- und Service-Zentrum „Pik Asz“ in der Leipziger Straße in Magdeburg. Dort treffen sich alle 14 Tage die Hobbybastler vom Repair-Café (englisch: Reparatur-Café).

Besucher kommen aus ganz Magdeburg

Diese Woche war der Ansturm auf das „Pik Asz“ enorm. „Normalerweise reparieren wir um die 20 Geräte, gestern waren es 40“, erklärt Mit-Gründer Wolfgang Matschek. Die Möglichkeit, kaputte Geräte gratis reparieren zu lassen, spricht sich schnell rum. Die Besucher kommen aus ganz Magdeburg und bringen ihre kaputten Geräte.

„Ich würde sagen, 75 Prozent unserer Gäste sind Rentner. Viele sind alleinstehende Frauen, bei denen der Mann immer die Reparaturen gemacht hat und die jetzt Hilfe brauchen. Die restlichen 25 Prozent sind ganz bunt gemischt. Von jung bis alt ist alles dabei“, erklärt Matschek.

Offene Altenarbeit in Magdeburg

Seit drei Jahren findet das Repair-Café im „Pik Asz“ statt. „Eine so große engagierte ‚Männergruppe‘ im Bereich der offenen Altenarbeit ist schon besonders. Sie lernen voneinander und bringen sogar den Besuchern einiges von ihrem Handwerk bei“, freut sich Oliver Braun, Leiter der Malteser-Einrichtung.

Und auch im kommerziellen Fachhandel finden die zwölf ehrenamtlichen Bastler Unterstützung. „Ich sehe keine Konkurrenz im Repair-Café“, erklärt Monsator-Geschäftsführer Benjamin Hickisch: „Wir sind auf größere Haushaltsgeräte wie zum Beispiel Kühlschränke spezialisiert und müssen Kunden mit kleinen Geräten, wie Mixer, oft vertrösten, weil Ersatzteile nicht erhältlich sind. In Zukunft verweise ich sie aber gerne an das Repair-Café, ich finde, das ist eine gute Sache.“

Beitrag zum Umweltschutz

Neben dem Spaß am Reparieren steht auch die Umwelt für Wolfgang Matschek und seine Kollegen im Vordergrund. „Vieles wird weggeschmissen, obwohl es repariert werden könnte. Das produziert Müll und ist schlecht für die Umwelt“, so Matschek. Deshalb werden kaputte Geräte nach Möglichkeit weiter verwertet. Teile des alten Geräts können als Ersatzteil für die Reparatur eines anderen Geräts dienen. So wird sogar ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet.