Magdeburg l „Die Entwürfe haben uns alle nicht überzeugt“, formuliert es Michael Stage, Vorsitzender des Bauausschusses, diplomatisch. Erst nach dreimaliger Beratung hatten dessen Mitglieder kürzlich die Beschlussvorlage für den Bebauungsplan „Buttergasse“ abgesegnet. Und das nur, nachdem der Investor des dort geplanten Hochhauses, die Magdeburger Toepel Bauunternehmung GmbH, die Pläne für dessen Fassade geändert hatte.

Ursprünglich sollte ein Vorhang aus Stoff dort angebracht werden. „Die gefaltete Fassadenmembran verleiht dem Gebäude eine räumliche Strukturierung“, hatte das Unternehmen dazu erklärt.

Ungewöhnliche Idee des Investors

Diese ungewöhnliche Idee stieß jedoch im Ratsausschuss auf wenig Gegenliebe. Auch der Gestaltungsbeirat, beratendes Fachgremium in Sachen Stadtentwicklung, fand die Entwürfe kritikwürdig. In der jüngsten Sitzung wurde ein überarbeiteter Vorschlag für die Fassade vorgelegt, der ein positives Votum der Ausschussmitglieder erhielt.

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In der Ratssitzung in der kommenden Woche steht der Beschluss zum B-Plan nun auf der Tagesordnung – samt dem entsprechenden Änderungsantrag des Bauausschusses. Konkret heißt es dort, dass die ursprüngliche Fassadengestaltung nicht weiter verfolgt werden soll, sondern die neuen Entwürfe Grundlage der weiteren Planungen sein sollen.

"Ein wenig traurig" über die Entscheidung

Toepel nimmt die Kritik an der Textilfassade mit Bedauern auf. „Wir sind ein wenig traurig, dass unser eher skulptural wirkender Entwurf nicht den erhofften Anklang im Stadtrat finden konnte“, heißt es auf Volksstimme-Anfrage in einer Stellungnahme. Der neue Entwurf stelle nun „eine architektonisch wertige, aber klassischere Alternative durch Ablesbarkeit der Geschosse“ dar.

„Die sich zueinander versetzenden Ebenen sowie die vertikal betonte Gliederung der Fensterelemente vermitteln dem Neubau eine angenehme optische Leichtigkeit und unterstreichen so den Hochhauscharakter“, teilt das Unternehmen mit. Geplant ist ein zwölfgeschossiges Hochhaus mit Büroflächen.

Bauarbeiten frühestens ab Mitte 2021

Die Stadt hatte zuvor ein 350 Quadratmeter großes Grundstück an der Julius-Bremer-Straße an das Bauunternehmen verkauft. „Das neue Bürohochhaus soll das Stadtbild weiterentwickeln und eine Achse vom SWM-Gebäude bis zum Katharinenturm bilden“, hatte dieses zu dem Vorhaben erklärt. Circa 45 Meter hoch soll es werden und die beiden angrenzenden Gebäude um mehrere Etagen überragen.

Die Gestaltung dieser beiden Brandwände ist noch offen. Frühestens Mitte 2021 sollen die Arbeiten für den Neubau beginnen.