Magdeburg l Eine besondere Kooperation hat die Magdeburger Dommusik mit der Hochschule Magdeburg-Stendal begonnen. Master-Studenten des Studiengangs Interaction-Design und Crossmedia wollen den Dom medial erschließen.

Die jungen Leute haben sich viele Kurzzeitprojekte überlegt, darunter zum Beispiel eine Führung entlang der im Dom befindlichen Grabstätten via Handy-App und Klebeband.

Konzert am 4. Mai im Magdeburger Dom

Höhepunkt aber soll ein Konzert am 4. Mai 2018 werden, für das die Studenten eine Lichtprojektion entwickeln. Sie soll abgestimmt auf die von Domkantor Barry Jordan gespielte Musik im Konzert laufen und dem Konzerterlebnis im Magdeburger Dom eine weitere Ebene hinzufügen.

Bilder

„Wir hatten uns überlegt, wie wir den Dom bei einem Konzert einmal anders in Szene setzen können“, berichtet Isabel Tönniges als Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Magdeburger Dommusik. Professor Dominik Schumacher von der Hochschule Magdeburg-Stendal sei schnell begeistert gewesen von der Idee. Und auch bei den angehenden Interaction-Designern kam das Projekt gut an.

Licht passend zur Musik im Dom

„Ich fand die Idee ganz toll“, sagt Professor Dr. Dominik Schumacher. Für die Master-Studenten sei das Projekt aufgrund des besonderen Gebäudes besonders herausfordernd und spannend gewesen. Die Projekte reichten von Geschichte erklären bis hin zu poetischen Erfindungen und Reflexionen von Gesellschaft und Religion auf künstlerische Art – etwa mit einem Hostienspender.

Die Studenten konnten sich austoben, denn der Magdeburger Dom biete eine sehr hohe Bandbreite an Inhalt, aber sei eben auch technisch spannend, so Schumacher. Wenn dann noch jemand da ist, der auch aktiv Sponsoren sucht, um Projekte umzusetzen, „sind das Traumvoraussetzungen“, sagt Dominik Schumacher weiter. Zumindest für das Konzert trifft das mit der Dommusik Magdeburg zu.

Hologramme unter gotischen Bögen

Die ersten Ideen für mögliche Projektionen im Dom haben die Studenten bereits erarbeitet und sie kürzlich auch Domkantor Barry Jordan vorgestellt. Er war sehr angetan von dem, was sich die Studierenden überlegt hatten. Zwei Lichtkonzeptionen haben sie entwickelt.

Bei der ersten werden über eine Reihe von Quadern, die von der Domdecke herabgehängt werden, Töne aus der Orgel aufgenommen und in Farben bzw. Farbtupfer umgewandelt, die sich später zu einem Herzen zusammenfügen. Sie werden in den Zuschauerraum projiziert, so dass der Eindruck eines Hologramms entsteht.

Farben und Muster im Dom

Die zweite Lichtprojektion wird mit Beamern umgesetzt, die die Wände des Magdeburger Domes in unterschiedliche Farben und Muster tauchen. So könnte zum Beispiel ein Nachthimmel entstehen, der dem geplanten Konzert den Namen gab.

Barry Jordan konnte und wollte sich während der Präsentation gar nicht zwischen beiden Versionen entscheiden. Die Studenten schlugen vor, beides umzusetzen und eine Art Wandelkonzert aus der Veranstaltung zu machen, so dass der Besucher zuerst die eine und anschließend die andere Variante erleben kann. Nach Weihnachten soll es bereits einen ersten Projektionsversuch geben.

Zeitgenössische Musik

Musikalisch wird es zeitgenössisch mit den Werken „Riff Raff“ von Giles Swayne, „Hell und Dunkel“ von Sofia Gubaidulina, „Mars“ und „Saturn“ aus „The Planets“ von Gustav Holst sowie „Volumina“ von György Ligeti.

Wer jetzt schon Karten für das Konzert gekauft hätte, muss sich noch etwas gedulden. Voraussichtlich vier Wochen vor dem Konzert, das aufgrund der Beleuchtung in die späteren Abendstunden gelegt wird, startet der Vorverkauf, kündigt Isabel Tönniges an.

Werkschau im Forum Gestaltung

Die Kurzzeitprojekte sollen im Rahmen der jährlichen Werkschau vom 16.  bis 19.  Februar 2018 im Forum Gestaltung mit Plakaten und kurzen Videosequenzen gezeigt werden. Außerdem soll es möglich sein, im Rahmen dieser Werkschau die Erfindungen im Magdbeurger Dom auszuprobieren. Denkbar wäre auch, in diesem Rahmen eine Art Generalprobe für das Konzert zu starten.

Unterstützt wird das Projekt von den Städtischen Werken Magdeburg. Weitere Sponsoren seien gern gesehen, berichtet Isabel Tönniges.