Magdeburg l Tote Fische beim Spaziergang im Stadtpark? Die will keiner mehr sehen. Vor der Sanierung des Adolf-Mittag-Sees von 2006 bis 2008 war Fischsterben ein wiederkehrendes Problem, weil u. a. aufgrund der geringen Frischwasserzufuhr die Wasserqualität teilweise sehr gering war. Nun droht das Problem wiederzukehren, weshalb die Stadt aktiv wird und die erneute Entschlammung des Sees vorbereitet.

Vor über acht Jahren war der Bagger schon einmal im Einsatz. Von Seeufer und Pontons aus hob er damals tonnenweise mitunter übelriechenden Schlamm aus dem Gewässer. Im Herbst kommenden Jahres soll diese Prozedur nun wiederholt werden. Fast die gleiche Menge an Sedimenten, also Ablagerungen unterschiedlichster Art, wie damals sind wieder im Mittagsee gelandet, verdeutlicht Simone Andruscheck, Chefin des zuständigen Stadtgartenbetriebs, die Lage. In Zahlen sind das stattliche 24 Tonnen, so die bisherige Schätzung.

Elbe spült Schlamm hinein

Ursache der neuerlichen „Schlammschlacht“ ist das Elbhochwasser 2013. Damals war der gesamte Stadtpark überflutet worden. Als das Wasser wieder langsam zurückwich, blieben Unmengen an Wegebaumaterial und Biomasse wie Laub im Adolf-Mittag-See liegen und bilden heute eine dicke Schicht. Wie dick genau, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Bis jetzt wurden nur an vereinzelten Stellen Proben genommen. Erst das jetzt beauftragte Planungsbüro wird feststellen, wie dick die Schicht im gesamten See ist und wie sie am besten abgetragen werden kann.

Denn mit dem Ausbaggern ist es nicht getan, die 24 Tonnen Schlamm wollen auch irgendwo gelagert werden. Das bereitete schon vor acht Jahren Schwierigkeiten, weil die städtische Deponie irgendwann kapitulierte. Für viel Geld musste damals der Schlamm ins Umland „exportiert“ werden.

Neben der Entschlammung wurden damals weitere umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, um die Zufuhr von Frischwasser zu verbessern. So wurde der Einlauf an der Rotehornspitze tiefergelegt und die Taube Elbe per Hand von Gise-Arbeitern entschlammt. „Damit wurden die Wasserqualität und die Selbstreinigungskraft des Gewässers entscheidend verbessert“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Volksstimme-Nachfrage.

Sinkende Wasserqualität

Doch die durch das Hochwasser eingebrachte Schlammmasse sei so groß, dass sie durch den See nicht aus eigener Kraft abgebaut werden kann. Die Konsequenzen auf längere Sicht wären ein geringerer Sauerstoffgehalt und dadurch sinkende Wasserqualität. „Das könnte im schlimmsten Fall ein Fischsterben zur Folge haben“, warnt sie.

Jetzt laufen zunächst die Planungen, im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen. Nach erfolgter Ausschreibung soll die Entschlammung dann nach dem Ende der Ausflugsbootsaison 2017 beginnen und zu deren Start im Frühjahr 2018 voraussichtlich auch wieder beendet sein.