Magdeburg l Das Wohngebiet rund um die Bleckenburgstraße im Stadtteil Buckau war beim Elbehochwasser 2013 mit am schwersten betroffen. Seit 2016 sichert eine massive Schutzmauer die Anwohner vor einer neuen Überflutung. Damit die Promenade an der Elbe aber weiter von Spaziergängern genutzt werden kann, gibt es mehrere Lücken.

Diese insgesamt 156 Meter wurden am 20. Oktober 2018 von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Ottersleben und Diesdorf probeweise mit mobilen Spundwänden verschlossen. „Sie haben sich bereit erklärt, diese Aufgabe im Ernstfall zu übernehmen“, erklärt Jens Bindhack, Hochwasserverantwortlicher bei der Magdeburger Feuerwehr. Der Grund ist naheliegend: Bei einer Überflutung sind ihre Reviere nicht unmittelbar gefährdet.

10 Mann für drei Container

Gut 22 Kameraden sind vor Ort, um die Verbindungssäulen in den Bodenhalterungen zu verankern und Metallplanken bis zur vorgegebenen Höhe zwischen ihnen zu platzieren. Von der Elbstraße bis zur Klinkebrücke in der Bleckenburgstraße reicht ihr Einsatzgebiet.

Zunächst müssen die drei Container mit dem Material für die Spundwände angeliefert werden. Sie sollen künftig im neuen Katatrophenschutzlager gelagert werden. Dann werden die Einzelteile der Radlader zu den Lücken gefahren. Ab dort ist Handarbeit gefragt. Laut Jens Bindhack könnten 10 Einsatzkräfte die Spundwände bequem an einem Tag errichten. Schwieriger werde im Ernstfall eher der Transport, weil Fahrzeuge anderweitig gebunden wären.

Am Sonnabend wird sich Zeit für den Aufbau genommen, damit alle Handgriffe richtig sitzen, wenn es ernst werden sollte. Das wäre der Fall, sobald die Prognosen die Gefahr einer Überflutung andeuten würden, so Jens Bindhack. Nach 2013 hatte die Stadt alle Schutzmaßnahmen nach einem Maximalpegelstand von 7,80 Meter (gut 30 Zentimeter über der Rekordmarke von 7,47 Meter) ausgerichtet.

Mit dabei ist am Sonnabend auch Ronald Günther, Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Er gibt einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand beim Hochwasserschutz im Gebiet der Landeshauptstadt. „Der Werder ist komplett gesichert“, sagt er, „im Herrenkrug bauen wir derzeit am Deich.“ An den Rennwiesen steht eine baugleiche Schutzwand wie in Buckau. In Pechau wurde vergangene Woche eine Dankesfeier für die am Deichbau beteiligten Firmen zum Abschluss der Arbeiten veranstaltet. „Das war eine tolle Anerkennung der Arbeit“, lobt Ronald Günther.

Büchnerstraße im Plan

„Wir haben schon viel geschafft, haben aber auch noch viel zu tun“, sagt er. Für das bislang Erreichte müsse man sich nicht verstecken. Eine große Maßnahme mit vielen Beteiligten und Fördermillionen von der EU, sei der Ausbau des Rothenseer Hafens, bei dem auch der Hochwasserschutz eine wichtige Rolle spielt.

Im kommenden Jahr sind weitere Sicherungsmaßnahmen zwischen Pechau und Pretzien sowie am Flughafensiel an der Berliner Chaussee geplant. Außerdem soll der Deich entlang der Büchnerstraße in Cracau komplett neu aufgebaut werden.

Neben den Maßnahmen von Stadt und Land haben sich auch betroffene Einrichtungen in Eigeninitiative gewappnet. Das Hotel und der Sportpark im Herrenkrug können sich im Ernstfall abschotten. Auch die Pfeifferschen Stiftungen haben Vorbereitungen getroffen.