Magdeburg l Giftige Pflanzen gibt es auch in Magdeburg viele. Problematisch wird es dann, wenn die gefährlichen Stoffe in die Nahrungskette von Mensch und Tier gelangen. Und das passiert in letzter Zeit vermehrt im Fall des Jakobskreuzkrautes, das immer häufiger in Deutschland gesichtet wird. In großen Mengen kann es tödlich auf Pferde und Rinder wirken. In Schleswig-Holstein ist die gelb leuchtende Pflanze hektarweise aufgetaucht. Dort mussten Imker auch schon fässerweise Honig in Biogasanlagen entsorgen, weiß Yves Krone vom Magdeburger Imkerverein zu berichten.

Zu viel ist nicht gut

Denn auch für den Menschen können die giftigen Bestandteile im Jakobskreuzkraut, die Pyrrolizidinalkaloide (kurz PAs), gefährlich werden, wenn man zu viel davon zu sich nimmt. Die Substanzen können die Leber schädigen und gelten nach Tierversuchen als krebserregend. Im handelsüblichen Honig liegen die PA-Gehalte laut Untersuchungen bei durchschnittlich 22 Mikrogramm je Kilogramm, was deutlich unter dem Richtwert von 140 Mikrogramm/Kilogramm liegt. Laut Experten geht von Jakobskreuzkraut grundsätzlich also keine große Gefahr aus. Dennoch sei es wichtig, das Kraut zu kennen und zu vermeiden, dass z. B. Bienen direkt dort aufgestellt werden, wo große Bestände gesichtet wurden, heißt es in einem Bericht des Bienenjournals, einer Zeitschrift für Imker.

 „Die meisten Imker des Imkervereins Magdeburg schleudern den letzten Honig vor Blühbeginn, so dass kaum Gefahr besteht, dass PAs in den Honig gelangen“, kann Yves Krone beruhigen. Außerdem sei das Vorkommen derzeit zu klein, als dass die Bienen eine bedeutsame Menge an belastetem Nektar hätten sammeln können. Eine unkontrollierte Vermehrung sollte aber verhindert werden, sagt Krone.

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Mähen bringt nichts

Denn: Es gibt die Pflanze längst auch in Magdeburg. Eine ganze Wiese voll davon sichtete der Imkerverein jetzt in der Wendeschleife der Linie 5 in Höhe Seebühne/Elbauenpark. „Wir haben bisher niemanden gefunden, der sich hier zuständig fühlt“, so Krone. Weder Stadt, noch MVB, noch Elbauenpark seien offenbar für die Fläche verantwortlich. So haben Mitglieder des Imkervereins kurzerhand einen Arbeits-einsatz gestartet und das Übel buchstäblich bei der Wurzel gepackt.

 „Das Jakobskreuzkraut verbreitet sich über Flugsamen ähnlich wie Löwenzahn, deshalb haben wir es ausgerissen, sonst kann sich der Samen durch die Tram verbreiten“, erläutert Yves Krone. Die Fläche an der Herrenkrugstraße werde man weiter im Auge behalten. „Wir würden gern Kontakt zum Besitzer aufnehmen“, so Krone. Fürs erste half der Landwirtschaftsbetrieb Agro Bördegrün aus Niederndodeleben bei der fachgerechten Entsorgung der ausgerissenen Pflanzen.

Verein bietet Hilfe an

Eine Verbrennung oder Kompostierung bei 70 bis 80 Grad sei nötig, damit die Samen nicht mehr keimfähig seien. „Mähen bringt nichts“, erklärt Yves Krone, da sich damit der Blühzeitpunkt nur nach hinten verschiebe und die Pflanze aus Wurzeln immer wieder nachtreibe. Wer dazu Informationen oder Unterstützung wünscht, kann sich gern an den Imkerververein wenden. Den Kontakt findet man hier.