Magdeburg l Der Verkauf der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in Magdeburg ist verschoben worden. Der Landesfinanzausschuss Sachsen-Anhalt hat den entsprechenden Beschluss am 15. August 2018 zur Überarbeitung an die Landesverwaltung zurückgegeben. Die Ausschussmitglieder fordern bis zur nächsten Sitzung im Oktober ein aussagekräftiges Nutzungskonzept des Investors sowie eine Bonitätsprüfung. Außerdem wurde das Fehlen einer Stellungnahme der Stadtverwaltung Magdeburg zu den Plänen des potenziellen Käufers kritisiert. Auch sie soll nun nachgereicht werden.

Vor fünf Jahren waren die letzten Gefangenen aus ihren Zellen in die neue Justizvollzugsanstalt nach Burg verlegt worden. Seitdem stand das Gefängnis an der Halberstädter Straße leer. Verkaufsversuche scheiterten bislang. Nach einem erneuten Bieterverfahren gab es nun aber einen Interessenten.

Der Volksstimme lagen die Unterlagen für die Ausschussmitglieder vor. Demnach betrug das vom Land geforderte Mindestgebot 620.000 Euro, der Investor liegt mit 680.000 Euro nur unwesentlich darüber. Es war das einzige Angebot innerhalb der mehrmonatigen Frist.

Investor Richard Hergeth aus Halle das Magdeburger Gefängnis zu Wohnraum umbauen lassen. Die Zellen sollen zu Wohnungen für Studenten, Singles oder alleinstehende Senioren mit wenig Rente umgebaut werden. Die Warmmieten sollen bei unter 300 Euro liegen. Größen von 25 bis 40 Quadratmeter sind vorgesehen, um die 200 Wohnungen könnten entstehen.