Magdeburg l Direkt an der Kreuzung Breiter Weg/Julius-Bremer-Straße in Magdeburg ist ein neues Bürohaus geplant. „Wo ist denn dort noch Platz?“, mag der ein oder andere denken. Mit Ratswaage-Hotel, Papenbreer, Karstadt und dem Marietta-Block sind alle vier Seiten bereits bebaut. Und doch gibt es eine kleine Lücke auf der Südostseite.

Das Eckgrundstück zwischen Marietta-Block und Verwaltungsgebäude in der Bremerstraße soll von einer Magdeburger Baufirma entwickelt werden. Bevor das möglich ist, müssen Teile des Grundstücks von der Stadt Magdeburg an den Investor verkauft werden. Eine entsprechende Drucksache war am 27. Februar 2019 im Finanzausschuss des Stadtrates zum Beschluss vorgesehen. Dazu kam es jedoch nicht: Das Papier wurde an die Verwaltung zurücküberwiesen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, da die Beratung im nicht-öffentlichen Teil erfolgte.

Grundstücksverkauf unter Wert

Die Drucksache liegt der Volksstimme aber vor. Demnach soll die fragliche Fläche für knapp unter 200.000 Euro verkauft werden. Laut Bodenrichtwert wären aber fast 260.000 Euro angemessen. Da der Bauherr hohe Erschließungskosten u. a. durch Leitungsumverlegungen und archäologische Grabungen geltend macht, wurde der Kaufpreis gesenkt. Ob das den Stadträten nicht gefiel, bleibt offen.

Fakt ist: Innerhalb von 36 Monaten nach Besitzübergang soll das Gebäude errichtet werden. Zunächst muss aber die öffentliche Verkehrsfläche eingezogen werden.

Gestaltungsbeirat gefällt Planung

Den Vorschlag zur Neubebauung positiv aufgenommen hat bereits der Gestaltungsbeirat, in dem von der Stadt berufene Fachleute ihr Votum zu wichtigen Bauvorhaben in Magdeburg abgeben. Die vakante Blockecke werde mit der vorgeschlagenen Bebauung städtebaulich und architektonisch betont.

Zustimmung findet auch die Absicht, gestalterisch an die Nachbargebäude anzuschließen. Ausdrücklich gelobt wird in der Stellungnahme des Gestaltungsbeirats, dass in dem Gebäude neben einer Büronutzung auch Bereiche fürs Wohnen entstehen sollen.

Anschluss an Hausfront verbessern

Einige Hinweise hat der Gestaltungsbeirat dennoch gegeben. Zum Ersten sollte darüber nachgedacht werden, den Anschluss der Hausfront an die benachbarten Gebäude zu verbessern. Zum Zweiten werden die Lamellen kritisch gesehen. Hier wäre die Wahl eines anderen Materials für die Fassade überlegenswert.

Zum Dritten kamen beim Gestaltungsbeirat die Stützen im Erdgeschoss nicht sonderlich gut an. Es sollte – wie es im Entwurf beschrieben ist – mit einem verglasten Erdgeschoss dafür gesorgt werden, dass das Gebäude zu schweben scheint. Will heißen: Die gut zu erkennenden Stützen durchkreuzen laut dem Beirat genau diese Absicht.

Die Hinweise des Gestaltungsbeirats sind nicht bindend. Er sieht sich als Gremium, das mit seinen Hinweisen zum Gelingen von Projekten im Sinne der Stadt wie der Bauherren beitragen kann.