Magdeburg l Generationen von Fermerslebern verbinden mit dem roten Backsteinhaus an der Friedrich-List-Straße Erinnerungen an ihre Schulzeit in Magdeburg. Wegen mangelnden Bedarfs war die Schule vor Jahren geschlossen und schließlich von der Stadt Magdeburg verkauft worden.

Der neue Eigentümer konnte seine Pläne am Standort nicht umsetzen und verkaufte die Immobilie 2015 weiter an die MPE Projektinvest GmbH um die Geschäftsführer Petra und Michael Embach. „Das Objekt übt einen großen Reiz aus. Die Schule mit ihrer Geschichte hat einen ganz besonderen Charme“, so Michael Embach zu den Beweggründen. Zudem punkte der Standort mit seinem Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr, den nahegelegenen Einkaufsmöglichkeiten und der Nähe zu den Salbker Seen, die nur wenige Hundert Meter östlich liegen.

Keine Fördermittel für Sanierung

Zudem bot das Haus selbst gute Bedingungen: Die Substanz sei in einem guten Zustand gewesen „und man hat gemerkt, dass sich das Haus in den Händen der Stadt befunden und eine entsprechende Werterhaltung erfahren hat.“ Dennoch handelt es sich bei der Entwicklung des Schul- zu einem Wohnstandort um ein millionenschweres Vorhaben, für das keine Fördermittel geflossen sind, da der Bereich von Fermersleben nicht zu einem Sanierungsgebiet wie etwa Buckau zählt.

Knapp vier Millionen Euro sind investiert worden, um das Schulgebäude zu erhalten und unter seinem Dach 30 Zweiraumwohnungen einzurichten. Hier ist ab Juli 2018 ein modernes, „barrierearmes Wohnen“ möglich, so die Magdeburger Unternehmer, die einen umfangreichen, mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmten Aufgabenkatalog auf dem Schulgelände abgearbeitet haben.

Fahrstühle für Mieter eingebaut

So ist die Fassade saniert, sind die Klassenräume zu Wohnungen mit knapp 60 Quadratmetern Wohnraum eingerichtet, ein Be- und Entlüftungssystem sowie zwei Fahrstühle im Haus integriert und Wärmedämmungen vorgenommen worden, so ein Auszug. Bis Ende April wird jede Wohnung mit einem Balkon versehen.

Die Arbeiten blieben nicht unbemerkt. Einige Fermersleber nutzen diese, um noch einmal einen Blick in ihre Schule zu werfen, wo sie ihre Grundschulzeit verbracht haben, wie Petra Embach berichtet. Außerdem konnten bereits die ersten Mietverträge geschlossen werden.

Neubau am gleichen Standort geplant

Zur Entwicklung des Standorts zählt auch ein Neubau, der bis zu 30 Wohnungen umfasst. Die Planungen dafür laufen, gebaut werden soll 2019 im Bereich des früheren Schulhofs und -gartens. Die Kosten dafür liegen zwischen vier und fünf Millionen Euro. Petra und Michael Embach sehen die Verwirklichung ihres Vorhabens als eine Aufwertung des Stadtteils und hoffen auf eine Signalwirkung. Verbesserungswürdig sei etwa die Infrastruktur in den Nebenstraßen, so eine Einschätzung.