Magdeburg l Nach dem Entschluss, im Zuge der Umstrukturierung das Filialnetzes die Geschäftsstelle am Hopfenplatz in Magdeburg zu schließen, plant die Stadtsparkasse den Verkauf ihrer Immobilienanteile. Dies bestätigte Sparkassensprecher Mathias Geraldy auf Volksstimme-Nachfrage.

Er verwies darauf, dass wenige Hundert Meter entfernt im Marktbereich Leipziger Chaussee/ Salbker Straße/ Arnold-Zweig-Weg ein neuer Anlaufpunkt entsteht. Die Eröffnung ist im zweiten Quartal 2019 geplant. Überlegungen, mit einer Selbstbedienungszone (SB) am Hopfenplatz zu verbleiben, erteilte der Verwaltungsrat eine Absage. Somit steht nun der Verkauf an.

Supermarkt zog aus

Um die Immobilienanteile bemüht sich Schrader Haus. Das Magdeburger Unternehmen hatte vor Jahren bereits jenen Bereich der Gewerbeimmobilie von der Sparkasse erworben, in dem einst ein NP-Markt sowie Restaurant beheimatet waren. Nach dem Zerwürfnis mit der Edeka-Gruppe (NP gehört zu dem Unternehmensverbund) zog der Supermarkt aus, die Suche nach einem adäquaten Nachmieter schlugen fehl.

Große Unternehmen winkten aufgrund der zu geringen Fläche ab, kleineren Anbietern war sie zu groß, wie auch die Schrader Haus GmbH feststellen musste, deren Vermietungsbemühungen ebenfalls erfolglos blieben.

Mietwohnungen und Gewerbe

Durch den nun angestrebten Zukauf würde das Objekt komplett in einer Hand sein und der Weg für eine Neugestaltung frei werden, so die Theorie. Ein Kaufinteresse sei bei der Sparkasse bereits hinterlegt worden, so Mike Schrader. Er verfolgt einen konkreten Plan. „Wir möchten das Gebäude durch einen Neubau ersetzen und auf dem Hopfenplatz Wohnungen sowie Gewerbeflächen unter einem Dach errichten“, so Schrader.

Eine Bauvoranfrage dafür wurde schon eingereicht, um Planungssicherheit zu erhalten. Der Neubau soll in E-Form entstehen und über eine Tiefgarage verfügen, um die Parkplatzsituation rund um den zentralen Platz zu entspannen.

Kioskbetreiber darf bleiben

Mietern wie Kioskbetreiberin Anke Kolditz soll die Möglichkeit gegeben werden, am Standort zu verbleiben. Gespräche darüber hat es bereits gegeben, wie Anke Kolditz der Volksstimme bestätigt. „Ich möchte auch weiterhin gern für meine Kunden da sein“, zeigt sie grundsätzliches Interesse. Wie sehr die Entwicklung des Hopfenplatzes und der Verlust einer Versorgungsmöglichkeit die Bewohner beschäftigt, erfährt sie jeden Tag in Gesprächen. „Es ist seit Jahren das große Thema“, sagt sie.

Einer der direkten Anwohner ist Albert Völlger. „Hoffentlich bleiben uns auch die Ärzte, die bereits seit Jahren mit ihren Praxen vor Ort sind, erhalten“, sagt er. Auch um sie bemühe man sich, betont Mike Schrader.

Unterschriftensammlung steht bevor

Mike Schrader strebe auch einen Austausch mit der jüngst gegründeten Bürgerinitiative an, die aus den Vorsitzenden des Hopfengartenvereins „KMS 1932“ und der Siedlervereine „Fuchsbreite“ und „Spaßvogelsiedlung“ besteht und vom Sprecherrat der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Leipziger Straße/ Hopfengarten unterstützt wird hat. Die Initiative verweist auf die „schrittweise Abwertung des historischen Platzes“ und fordert den Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) auf, „endlich Maßnahmen zu ergreifen, um den Bürgern des Hopfengartens wieder eine Identität zu ihrem Wohngebiet zurückzugegeben“, wie es in einem Schreiben heißt.

Konkret geht es um die Wiederherrichtung des Platzes als medizinischer und kultureller Anlaufpunkt, als öffentlicher Treff sowie Einkaufsmöglichkeit. Dazu werden am Sonnabend und am Sonntag Unterschriften im Hopfengarten gesammelt. Allerdings: Die Stadt hat bei privatrechtlichen und unternehmerischen Entscheidungen kaum eine Eingriffsmöglichkeit bzw. kann nicht bestimmen, dass sich ein Supermarkt wieder am Hopfenplatz ansiedelt.

Interesse von Florist und Ärzten

Bereits vor dem Kauf des Teilobjektes samt Grünbereich war ein Abriss und anschließender Bau von Reihenhäusern von Schrader vorgesehen. Trotz positiver Signale im Vorfeld sei dies im Nachgang vom Stadtplanungsamt abgelehnt worden, so Mike Schrader. Beim Aufstellen eines Bebauungsplanes habe es zudem Bestrebungen gegeben, „die Flächen an die Stadt ‚abzutreten‘“, wogegen man sich gewehrt habe.

Ein Austausch mit der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) über eine Nutzung brachte ebenfalls keinen Erfolg, so dass man zu dem Entschluss gekommen sei, „eine Wohnbebauung mit Gewerbeeinheiten zu entwickeln“. Es handele sich bewusst um Mietwohnungen, „weil wir wissen, dass viele Hopfenplatzbewohner hier bleiben möchten, ihnen aber im Alter ihre Häuser zu groß werden“, so ein Gedanke. Kontakt habe man zu einer Bäckereikette sowie einem Floristen sowie Ärzten, „die Interesse an einem Einzug haben“.