Magdeburg l Der Elbauenpark Magdeburg ist „in die Jahre“ gekommen. So sieht man es jedenfalls im Stadtrat und auch in der Parkleitung der Natur- und Kulturpark elbaue GmbH (NKE).

Die Magdeburger Bundesgartenschau ist 2019 genau 20 Jahre her, dafür war die Parkanlage einst auf dem Gelände der ehemaligen Russen-Kasernen im Herrenkrug gebaut worden. Rund 20 Jahre lang hat das Konzept mit seiner „Symbiose aus Natur, Erholung, Unterhaltung, Bildung, Sport und Kunst“ gut funktioniert, in den vergangenen Jahren musste aber bereits die Werbetrommel für den Park ordentlich gerührt werden, um die Besucherzahlen einigermaßen konstant zu halten.

Elbauenpark lockt kaum noch Besucher

Das funktioniere aber perspektivisch nicht mehr, ist im „Konzept Elbauenpark 2020 Plus“ nachzulesen, das in der jüngsten Dienstberatung des Oberbürgermeisters beraten wurde. Die „Werbeelastizität“ sinke, heißt es in dem Papier.

Der Park braucht eine Frischzellenkur, an deren Ende eine deutlich höhere Attraktivität vor allem für Familien mit Kindern stehen soll, so die Pläne. Die finanzielle Basis ist laut einer Stadtratsvorlage, die im Mai 2019 im Stadtparlament beschlossen werden soll, bereits vorhanden. 11,6 Millionen Euro soll der Kraftakt bis 2022 kosten.

Mehr als 8 Millionen Euro Fördergeld

8,4 Millionen Euro davon sollen aus Landesfördermitteln fließen, die Landesinvestitionsbank Sachsen-Anhalt habe bereits signalisiert, dass sie den Elbauenpark Magdeburg fördern wolle. Die restlichen 3,2 Millionen Euro kommen dann aus der Stadtkasse. Dabei will die Stadt aber „auf Nummer Sicher“ gehen. Mehr als 3,2 Millionen Euro gibt es von der Stadt nicht, sollten die geplanten Fördermittel geringer ausfallen, müssen die Pläne entsprechend gestutzt werden.

Aber was erwartet die Besucher im Elbauenpark der Zukunft? Er soll ein „Park der kurzen Wege“ werden, so ein Planziel. Dabei denkt man vor allem an Kinder und Menschen mit Bewegungsbeeinträchtigungen. Um die „kurzen Weg“ zu erreichen, sollen die Themenbereiche im Park neu strukturiert und vor allem an zentralen Standorten konzentriert werden.

Ozeanien mitten in Magdeburg

Kleiner Cracauer Anger: Dort soll der größte Wurf der Parkmodernisierung gelandet werden. Geplant ist eine „Themenlandschaft Ozeanien“, deren Angebote besonders für Kinder gedacht sind. Dazu zählt ein Kletterfelsen speziell für Kinder, ein „indonesisches Dorf“ mit vielen Spielattraktionen, eine Kletterlandschaft und einer „Lagune“, die 550 Quadratmeter groß und 40 Zentimeter tief werden könnte. Damit soll ein umfangreiches Wasserspiel- angebot geschaffen werden, das es so bis jetzt im Elbauenpark noch nicht gibt. Vorgesehen sind auch zahlreiche Aufenthaltsbereiche, die überdacht werden sollen, um vor Regen oder zu viel Sonne zu schützen.

Jahrtausendturm: Die Wissenschaftsausstellung im Turm, die 6000 Jahre Entwicklung von Mensch und Technik mit Hilfe von rund 250 Exponaten abbildet, ist ebenfalls 20 Jahre alt und sei optisch und inhaltlich aktualisierungsbedürftig, so das Konzept. Darin ist vorgesehen, das Besucherleitsystem zu verbessern und auch barrierefrei zu gestalten. Auch sollen die Exponate der Ausstellung optimiert und neu inszeniert werden. Ausstellungstexte und Exponatenschilder sollen modernisiert und die Aufenthaltsbereiche attraktiver gestaltet werden. Auch will man den Gegenwartsbereich der Ausstellung zeitgemäßer präsentieren und für Magdeburger Forschergruppen die Möglichkeit schaffen, sich im Turm vorzustellen.

Seebühne: Sie wird ein zentraler Veranstaltungsort im Park bleiben, soll aber um ein Informationszentrum speziell für Touristen erweitert werden. Dazu ist ein zusätzlicher Anbau geplant, in dem Magdeburg als Stadt und Fremdenverkehrsziel präsentiert werden soll. In den neuen Räumlichkeiten könnten auch kleinere Veranstaltungen wie Vorträge oder Lesungen stattfinden.

Seebühnenvorplatz: Er ist der zentrale Platz im Elbauenpark Magdeburg. Dort kreuzen sich viele Wege und er ist ein wichtiger Umsteigepunkt der Parkbahn (Elbauen-Express). Auch dient der Platz bei großen Veranstaltungen auf der Seebühne als Stellplatz, etwa für Bühnentechnik oder die Feuerwehr. Er soll neu gestaltet und mit einem neuen, naturnaheren Belag ausgestattet werden.

Sanitärbereich: Der Park verfügt zwar über elf Toiletten- und zwei Duschstandorte im Sportareal, allerdings sind diese Sanitäreinrichtungen seinerzeit für die Bundesgartenschau als provisorische Lösungen in Containern untergebracht worden und entsprechen nicht mehr den hygienischen und touristischen Standards. Deshalb sollen sie komplett modernisiert und von außen mit Holz verkleidet werden. Auch will man zusätzliche behindertengerechte Toiletten schaffen.