Magdeburg l Die Reiherkolonie in der Magdeburger Kreuzhorst gebe es bereits nicht mehr, erklärte Kreisjägermeister Gerd Petzoldt auf einem aktuellen Pressetermin zur beschränkten Jagderlaubnis im Stadtpark und auf dem Großen Werder. Schuld daran sei der Waschbär. Denn neben den Wildschweinen, die dieser Tage großflächige Schäden im Stadtgebiet hinterlassen, würden auch Arten wie der Waschbär, Dachs, Marder oder Marderhund immer mehr zum Problem werden.

Gerd Petzoldt machte deutlich: „Die Waschbären müssen scharf bejagt werden.“ Sie würden sich rasant ausbreiten, seien potenzielle Krankheitsüberträger und fressen Eier sowie Jungvögel. Haben die Jäger der Region bis 2011 keinen Waschbären erlegt, seien es in diesem Jahr bereits 95 Tiere gewesen.

Durch die Jäger würden die Waschbären aus dem Wald verdrängt und ziehen sich immer mehr in die Siedlungsgebiete zurück. „Das betrifft das ganze Stadtgebiet“, macht der Kreisjägermeister deutlich.

Kein Futter für Wildtiere

Der Leiter des Projektteams „Wildtiere in Magdeburg“ Jan Driesnack erklärt, was die Magdeburger gegen eine mögliche Plage tun können: Man sollte den Tieren weder Unterschlupf noch Futtermöglichkeiten bieten. „Die Mülltonnen sollten vernünftig verschlossen und das Dachgeschoss so gesichert sein, dass die Tiere nicht unters Dach kriechen können“, rät der Projektleiter. Und macht darauf aufmerksam: „Waschbären dürfen von den Grundstückseigentümern mit Fallen gefangen werden.“

Beim tierschutzgerechten Töten der Tiere sowie bei der Entsorgung würden die Mitarbeiter des Projektteams helfen. Doch der Waschbär ist nicht das einzige Problem. Stark in der Stadt vermehren würden sich laut den Experten auch die Dachse, Marder und Marderhunde. Erst kürzlich seien mehrere Marderhunde im Stadtpark gesichtet worden.

Genau wie der Waschbär gehört der Marderhund zu den invasiven Arten. Als invasiv werden Arten bezeichnet, die eigentlich gebietsfremd sind, sich ausbreiten und dadurch die biologische Vielfalt, andere Tier- und Pflanzenarten und damit die heimischen Ökosysteme gefährden. Diese Tiere können nicht nur zu ökologischen und wirtschaftlichen Schäden führen, sondern auch Krankheiten übertragen.