Magdeburg l Gehämmert und  geschraubt wurde am Mittwoch auf dem Hof des Technikmuseums im Süden der Stadt. Ein zusätzliches Dach ist entstanden für das aktuelle Sommertheater des Hengstmann-Kabaretts.

Damit können ab sofort mehr Zuschauer in den Genuss der aktuellen Inszenierung „Fest 2 - Der Komödie letzter Teil" kommen. „Mit den neuen Corona-Regelungen für Sachsen-Anhalt ist das möglich", erzählte Tobias Hengstmann. Alle Akteure seien erleichtert. Durchschnittlich 30 Karten mehr als bei den ersten 16 Vorstellungen im vergangenen Monat könnten nun verkauft werden.

Bis zum 25. Juli helfe dieses Einnahmenplus, die schwierige Pandemie-Lage besser zu überstehen. Das eingeschränkte Platzangebot belastete. Statt wie sonst üblich 250 Stühle durften bis Ende Juni wegen der nach wie vor geltenden Abstandsregeln lediglich etwa 80 besetzt werden. So entstand eine bislang unbekannte Situation. „Wir mussten abends potenzielle Gäste abweisen", erzählt der Kabarettist mit einem Bedauern in der Stimme. Ab sofort jedoch ließen sich wieder Karten im Vorverkauf per Internet oder telefonisch ordern, lautet seine Botschaft.

 

Gäste mussten abgewiesen werden

Das zusätzliche Dach hat eine weite Reise über rund 250 Kilometer hinter sich. Es kommt direkt aus dem nordrhein-westfälischen Bünde. „Wir arbeiten seit gut acht Jahren mit einem Ausstatter von solchen Veranstaltungen gut zusammen. Von ihm kommt in jedem Jahr auch ein Teil der Technik für unser Sommertheater. Er konnte kurzfristig helfen, nachdem wir am Wochenende die Entscheidung für die Erweiterung getroffen hatten", berichtet Sebastian Hengstmann. Lediglich ein paar Dachrinnen mussten die Brüder noch im Baumarkt kaufen und selbst montieren, um bei Regenwetter einen ungestörten Genuss zu garantieren.

 

Ihr Montagegeschick war außerdem beim Zusammenschrauben von 16 neuen Mini-Tischen gefragt. Auch diese sind, wie alle anderen 40, für eine Spende käuflich und bekommen die Autogramme der sieben Mitwirkenden.

 

Weitere Künstler im Vorprogramm

Ein besonderes Schmankerl soll es bei sieben Vorstellungen geben. Künstler aus der Elbestadt, denen in den vergangenen Monaten die Auftrittsmöglichkeiten wegbrachen, treten dann quasi als Vorprogramm auf. Ihr Honorar dafür erhalten sie aus dem Topf der Aktion „Gemeinsam für Magdeburg". Mit dabei sind unter anderem die „Nachtschwärmer" und Martin Müller mit seinem Akkordeon. Am kommenden Sonnabend übernimmt der Sänger Stephan Michme den Auftakt der kleinen Reihe.

„Wir freuen uns, dass unkompliziert Berufskollegen ein Stück der Solidarität der Magdeburger zu spüren bekommen", sagte Tobias Hengstmann.

Solche Aktionen machten Mut, die schwere Zeit zu überstehen.