Magdeburg l Mit der Bitte zu bleiben, beziehen Trümper-Fans auf LED-Wänden in der Landeshauptstadt Stellung. „Magdeburg braucht dich“ leuchtet samt Foto an der Leipziger Straße, am Südring, der Tangente und gleich zweimal in Salbke.

Hinter der Kampagne stecken Easymedia-Chef Matthias Malischewski und Daniel Homolla, ebenfalls Inhaber einer Werbeagentur. Aus dem Handgelenk heraus hatten sie am Morgen entschieden, sich so zu Oberbürgermeister Lutz Trümper zu bekennen, erklärt Malischewski. Dazu bewogen habe sie die Entscheidung des Stadtoberhauptes, nicht noch einmal um den Posten als OB ins Rennen zu gehen – mehr noch, ihn gar schnellstmöglich abzugeben.

Ein herber Verlust

Eine Vorstellung, die die Werbechefs alles andere als glücklich stimmt. „Das ist definitiv ein herber Verlust. Es mag sicher immer mal ein Für und Wider geben, aber Lutz Trümper ist ein Mann mit Haltung, er sagt, was er denkt. Er ist nah am Bürger und wir haben ihm viel zu verdanken.“

Gerade in der Coronakrise habe er gesunden Menschenverstand bewiesen. „Außerdem fällt mir wirklich niemand ein, der den Posten übernehmen könnte.“ Dennoch könne Malischewski Trümpers Entscheidung durchaus verstehen. „Klar, dass er keine Lust hat weiterzumachen, wenn man ihm ständig von links und rechts zwischen die Beine grätscht.“

Ob die LED-Wünsche etwas an Trümpers Entscheidung ändern, wagen die Werbechefs nicht zu beurteilen. „Das ist letztlich auch gar nicht entscheidend. Wir wollten Lutz zeigen, dass es viele Menschen gibt, die hinter ihm stehen.“ Und mit „viele“ meint er die zahlreichen positiven Reaktionen auf die Aktion. „Den ganzen Tag klingelt schon das Handy und im Internet gehen die Bilder viral – alle reagieren durchweg positiv.“ Der OB habe sie hingegen noch nicht angerufen. „Aber bei jeder Telefonnummer, die ich nicht kannte, war mir ein bisschen bange, dass er es ist“, scherzt Malischewski.

Facebookgruppe für Trümper-Fans

Während die Werbechefs Bitte und Botschaft über ihre LED-Wände verkünden, wurde am vergangenen Sonntag in den sozialen Netzwerken eine „Lutz Trümper soll bleiben“-Facebookgruppe gegründet, die gestern 141 Mitglieder zählte.