Gefährliche Raupen

Kampf gegen Eichenprozessionsspinner - Magdeburg lässt über 2000 Bäume besprühen

Jetzt beginnt in Magdeburg wieder der alljährliche Kampf gegen Raupen, die für Menschen und Tiere gefährlich werden können. Zur Vorbeugung werden rund 2150 Eichen besprüht.

Von Anja Guse
In Magdeburg wird in den nächsten Tagen wieder vorbeugend gegen den Eichenprozessionsspinner gesprüht.
In Magdeburg wird in den nächsten Tagen wieder vorbeugend gegen den Eichenprozessionsspinner gesprüht. Archivfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Magdeburg - Die Brennhaare dieser Raupen sind für Menschen und Tiere gefährlich. Sie können allergische Reaktionen auslösen. Deshalb startet die Stadt Magdeburg ab Mittwoch, 19. Mai 2021, vorbeugend die alljährliche biologische Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Eine Spezialfirma soll bis voraussichtlich Ende Mai etw 2150 Eichen im geamten Stadtgebiet mit einem Bakterienextrakt besprühen. Das teilte die Stadt am Montag mit.

Neben den städtischen Friedhöfen wie dem

  • Westfriedhof,
  • Ostfriedhof,
  • Südfriedhof,
  • Buckauer Friedhof und
  • Brückfelder Friedhof

sollen auch die Eichen in fast allen Stadtteilen und Ortschaften besprüht werden. Schwerpunkte der Schädlingsbekämpfung sind auch

  • Herrenkrugpark,
  • Stadtpark,
  • Wiesenpark,
  • Vogelgesangpark,
  • Nordpark,
  • die Zufahrtstraße nach Randau und
  • der Naturlehrpfad "An der alten Elbe".

Das Bakterienextrakt werde von den Raupen über die Blätter aufgenommen, woraufhin die Raupen ihre Nahrungsaufnahme einstellen und wenig später verenden.

Seit 2011 versucht die Stadt Magdeburg, die Gefahr durch die Raupen einzudämmen. Zwar sei ein vollständiger Schutz gegen den Eichenprozessionsspinner auch mit einer weiträumigen biologischen und manuellen Bekämpfung nicht gewährleistet, jedoch könne die von den Brennhaaren der Raupen ausgehende Gefahr durch diese Maßnahmen verringert werden.

Wie in den Jahren zuvor sollen im Anschluss an die biologische Bekämpfung die betroffenen Eichen nachkontrolliert werden. Werden Nester entdeckt, sollen diese im Sommer abgesaugt werden.

Raupen und Gespinste nicht berühren

Trotz der Bekämpfung sollten grundsätzlich die betroffenen Areale in den Park- und Grünanlagen von Spaziergängern gemieden werden. Die Bereiche sind durch Absperrungen gekennzeichnet. Darüber hinaus sollten die Raupen und Gespinste unter keinen Umständen berührt werden.

Die kleinen Raupen entwickeln sich im Herbst und schlüpfen im April bis Anfang Mai. Dann schließen sie sich zu den typischen „Prozessionen“ zusammen. Gemeinsam wandern sie zum Fressen in die Baumkrone.

Die Raupen sind von Anfang an stark behaart. An den Haaren sitzen Widerhaken. Zudem enthalten sie das Nesselgift Thaumetopein. Eine ältere Raupe besitzt bis zu 700.000 Brennhaare. Diese reizen die Haut und die Schleimhäute. Die Folge können schmerzende Quaddeln und eine Hautentzündung sein. Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) bis zu zwei Wochen an.