Ehrung

Klingelfee von Heinrich Apel als Symbol für mitdenkende Gesellschaft auf Magdeburger Rathaus

Kulturausschuss empfiehlt Antrag zur Aufstellung einer Figur von Heinrich Apel auf dem Rathaus weiterzuverfolgen

Von Christina Bendigs 26.07.2021, 07:58 • Aktualisiert: 26.07.2021, 08:09
Die Klingelfee erinnert an das Magdeburger Stadtwappen.
Die Klingelfee erinnert an das Magdeburger Stadtwappen. Foto: Landeshauptstadt Magdeburg

Magdeburg - Mit der Klingelfee auf dem Magdeburger Rathaus könnte die Stadt Magdeburg um eine originelle Sehenswürdigkeit reicher werden und gleichzeitig den Künstler Heinrich Apel und sein Werk würdigen. Die Fraktion Grüne/future! hatte einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat eingebracht, der im Kulturausschuss diskutiert und empfohlen wurde. Sie möchte die Verwaltung beauftragen, offene technische, rechtliche und gestalterische sowie finanzielle Fragen zu klären. Der Bildhauer Heinrich Apel hat die Skulptur wohl 1974 im Zusammenhang mit der Errichtung des Glockenspiels auf dem Magdeburger Rathaus geschaffen.

Die an die Magdeburger Jungfrau aus dem Stadtwappen erinnernde, eineinhalb Meter hohe Figur sollte nach den Vorstellungen Apels wohl auf dem Dach installiert werden und in einem Zusammenhang mit dem Glockenspiel diesem hinterherklimpern. Allerdings seien genauere Angaben zum von Apel angedachten Aufstellungsort und der technischen Verbindung zum Glockenspiel derzeit nicht bekannt. Dennoch: Im Falle einer Umsetzung könnte dies die Attraktivität des Rathauses und des Alten Marktes steigern. Die angedachte Funktion würde dazu führen, dass die Fee das offizielle Glockenspiel quasi durch ihr eigenes Klimpern kommentieren würde. „Die mögliche inhaltliche Aussage des Werks, wonach die Gesamtheit der Bevölkerung Magdeburgs, symbolisiert durch die Fee, sich ihre eigenen Gedanken zum offiziellen Rathaus macht und es kommentiert, ist sympathisch und einer offenen und diskussionsfreudigen Stadtgesellschaft angemessen“, argumentiert die Fraktion.

Sollte es einen Heinrich-Apel-Pfad durch Magdeburg geben, würde sich die Klingelfee gut einfügen, argumentierte Mitantragstellerin Julia Mayer-Buch (Bündnis 90/Die Grünen) im Kulturausschuss. Die Frage sei, ist es möglich, so eine Replik zu schaffen, und was würde es kosten. Steffi Meyer (SPD) findet die Idee charmant, ist allerdings besorgt, ob eine entsprechende Replik wetterfest wäre. Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz vermutete, dass die Gründe dafür, dass die Figur damals nicht aufgestellt worden war, vielleicht mit technischen Problemen im Hinblick auf das Carillon als Instrument zusammenhängen könnten.

Technische Voraussetzung für Klingelfee prüfen

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung vom Kommunalen Gebäudemanagement erläuterte, dass es möglich sei, die Figur auf dem Rathaus zu installieren, gab aber zu bedenken, dass man vielleicht noch einmal überlegen müsste, warum die Skulptur damals nicht aufgestellt worden war.

Nach einer ersten Recherche befindet sich die Klingelfee derzeit in Privatbesitz, informierte er den Kulturausschuss. Es könne vermutet werden, dass der Sammler die „Klingelfee“ nicht unbedingt für das Rathaus zur Verfügung stellen wird. Daher müsste geklärt werden, ob die Anfertigung einer Kopie aus urheberrechtlicher Sicht zulässig wäre. Das könne jedoch nicht das kommunale Gebäudemanagement übernehmen. Diese Fragen könnten aber im Zusammenwirken mit dem Kunstmuseum geklärt werden.

Für die Sanierung der barocken Fassade des Alten Rathauses wurde bereits ein Fördermittelantrag gestellt, der die Ausführung dieser Arbeiten in den Jahren 2023 und 2024 vorsieht. Es wäre sinnvoll, die Ergänzung des figürlichen Schmuckes des Alten Rathauses durch die „Klingelfee“ von Heinrich Apel mit der Fassadensanierung zu verknüpfen.