Magdeburg l Lange habe er mit dem Party-Gewölbe schon geliebäugelt. Erstmals, als Stefan und Hendrik Grebe, die den „First Club“ 2009 eröffneten, ausstiegen. Damals sei die Ablöse jedoch zu hoch gewesen, erzählt er. Marcus Reisener übernahm den Club.

Dennoch habe Stephan Trappe in vergangenen Jahren immer wieder um das First verhandelt. Bereits ein halbes Jahr, bevor die Besucher des „First Club“ vor verschlossenen Türen standen, wusste Stephan Trappe von dem enormen Mietrückstand Reiseners und der bevorstehenden Schließung. Seine Chance. Er griff zu.

Verstärkung mit an der Seite

Ganz allein wollte er die Geschicke dann aber doch nicht leiten. „Ich bin DJ und Moderator. Ich wollte mich nicht mit sicherheitspolitischen Sachen rumschlagen“, erklärt er. Deshalb holte er sich René Wißmach zu Seite. Der ist nicht nur Geschäftsführer des Theaters der Grünen Zitadelle und Mitinhaber der Strandbar, sondern auch Chef von Mekka Events, zu denen ein Sicherheitsdienst gehört.

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Bevor die „Buttergasse“ am letzten Septemberwochenende eröffnet, wird der Club etwas umgebaut. „Die Struktur des Clubs ist gegeben. Ein Gewölbe wird immer ein Gewölbe bleiben“, erklärt Trapper. Dennoch sollen einige „kosmetische Veränderungen“ die Location aufhübschen. Der Tresen werde anders gestaltet und auch in bessere Licht- und Tontechnik werde investiert.

Musikalisch knüpft die „Buttergasse“ an den Sound des „First Club“ an – Electro, House , Black Music. Zudem will Trapper der „Buttergasse“ mehr Eventcharakter verleihen. Durch seine Arbeit als DJ, unter anderem als Resident für 89.0 RTL, und Veranstalter des „Love Music“-Festivals habe er ein großes Netzwerk und Kontakte namenhafter DJs. Zudem habe er bereits Erfahrungen als Diskobetreiber. Vier Jahre lang, bis 2013, wurde im „Bernabeum“ in Bernburg unter seiner Regie gefeiert.

Mit der Wiedereröffnung des ehemaligen „First Club“ schließt das neue Betreiber-Duo eine Lücke im Party-Kalender. Vor allem für die Zielgruppe der 30- bis etwa 45-Jährigen gibt es in Magdeburg so gut wie keine Anlaufstellen mehr. Clubs, Party-Locations und Diskotheken schlossen im Akkord. Die Fichte, der Partyturm im Nautica und auch das Projekt7 gibt es längst nicht mehr. „The Club“ am Hasselbachplatz (unterm Mc Fit) ist zu und auch das Epic (frühere Hemmingway) schloss. Um Letzteres ranken sich immerhin Gerüchte, dass es unter neuem Betreiber wiedereröffnet wird.

Zuletzt schloss nun auch noch das First. Partygäste standen Anfang April völlig überraschend vor verschlossener Tür. Selbst Mitarbeiter des Clubs, die die Veranstaltung am Abend vorbereiten wollten, blieben an dem Tag draußen. An der Tür hatte Hausverwalter Rolf Krüger zuvor die Schlösser ausgewechselt. Die Übergabe war längst über die Bühne gegangen. Die Schließung des „First Club“ zog auch die Schließung der Cocktailbar „One“ nach sich, die ebenfalls von Marcus Reisener betrieben wurde.