Letzter Spieltag

Kopf hoch, Magdeburger Jungs!

23.478 Zuschauer haben dem 1. FC Magdeburg bei seinem letzten Heimspiel gegen Lotte ein stimmungsvolles Finale beschert.

Von Marco Papritz

Magdeburg l „Unsere Fans unterstützen uns immer fantastisch. Heute wird es sicherlich besonders emotional“, so FCM-Geschäftsführer wenige Minuten vor Anpfiff gegenüber der Volksstimme. Und er sollte Recht behalten. Ebenso wie Thomas Keller, der mit seiner Familie ins Stadion gekommen war. „Ich hatte vor Wochen schon im Gefühl, dass sich die Frage nach der Relegation und damit nach einer möglichen Qualifikation für die Zweite Bundesliga erst am letzten Spieltag entscheidet“, so der Magdeburger, ehe er in den in den Chor der über 23.000 blau-weißen Anhänger mit einsetzte. „Auf geht‘s Magdeburger Jungs ...“ Dass der Club irgendwann in Führung gehen müsse, sei für ihn nur eine Frage der Zeit, so Heiko Behnert: „Heute geht was mit uns Fans im Rücken! Es ist noch alles drin.“

Auch das torlose Remis zur Pause trübte die Euphorie nicht. „Es ist noch alles drin“, verwies Thorsten Böhme auf das Ergebnis des Regensburger Spiels in Münster, wo ebenfalls Torflaute herrschte.

Die wurde in der 64. Minute in der MDCC-Arena gebrochen, als Michel Niemeyer mit seinem Schuss ein Stadion zum Träumen brachte. „Jetzt bitte bloß nicht wieder so schnell den Ausgleich kassieren“, mahnte da noch Thomas Lutz an, der vergeblich versuchte über sein Smartphone den aktuellen Stand in Münster zu erfahren. „Früher hatten für sowas Radios“, stellte in älterer Herr amüsiert fest. Konnte er auch, denn es war das 2:0 für den Club gefallen, dass die eine und auch andere Dame auf der Haupttribüne zu Tränen rührte: „Wir können es wirklich schaffen ...“, versuchte eine von ihnen ihren Nebenmann zu erklären.

Mitten hinein platzte die Kunde von der Regensburger Führung, die auf die Stimmung drückte. Der Zwischenstand verbreitete sich wie ein Lauffeuer – lediglich Block U wusste sich der scheinbaren Lähmung zu entziehen. „Kopf hoch, Magdeburger Jungs“, stimmte Annika Graf mit einer Freundin an. Auch wenn sich der Gesang nicht durchsetzte, dafür hatte sich das Stadion zu sehr „berappelt“ und war zu laut, steht er doch symbolisch für die Stimmung: „Klar ist es sehr schade, die Relegation verpasst zu haben. Aber heute freuen wir uns über einen Heimsieg und können trotz einiger Aufs und Abs auf eine erfolgreiche Saison blicken“, erklärte ein Vater seinem Sohn. Und: „Nächte Saison sind wir wieder hier!“