Parkgebühren

Kostenpflichtige Parkplätze spülen Millionen Euro in die Magdeburger Kasse

Wer einen Ausflug oder Erledigungen in Magdeburg unternimmt, hat sein Auto schon häufiger auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abgestellt. Schnell sind 50 Cent oder Eurostücke in den Automaten gesteckt. Wie viel Geld fließt jährlich dadurch in die Stadtkasse?

Von Jasmin Teut
Der Parkplatz hinter dem Karstadt-Gebäude in der Innenstadt ist bei den Magdeburgern sehr beliebt. 13 Prozent der Gesamteinnahmen an Parkgebühren konnten dort erwirtschaftet werden.
Der Parkplatz hinter dem Karstadt-Gebäude in der Innenstadt ist bei den Magdeburgern sehr beliebt. 13 Prozent der Gesamteinnahmen an Parkgebühren konnten dort erwirtschaftet werden. Foto: Jasmin Teut

Magdeburg - Allein durch Parkgebühren nahm die Stadt im vergangenen Jahr rund 3,5 Millionen Euro ein, wie aus dem Haushalt Magdeburgs hervorgeht. Im Gegensatz zu 2019 sind die Einnahmen allerdings um etwa 500.000 Euro zurückgegangen. Das ist vor allem durch die Corona-Pandemie verschuldet, denn dadurch gab es geringere Besucherzahlen in der Innenstadt, der Weihnachtsmarkt musste ausfallen und auch kulturelle Veranstaltungen konnten überwiegend nicht stattfinden, teilte Michael Reif, Pressesprecher der Stadt mit.

Die Stadt verfügt über rund 5.700 gebührenpflichtige Stellflächen auf öffentlichen Parkplätzen und im öffentlichen Verkehrsraum. Bisher sieht die Stadt die Anzahl dieser Parkplätze im Stadtgebiet als ausreichend an, da in den vergangenen Jahren private Parkhäuser gebaut wurden, die jeder nutzen kann, teilte Reif weiter mit. Ebenfalls wolle die Stadt die Magdeburger dafür gewinnen, vermehrt den Nahverkehr zu nutzen oder auf das Fahrrad umzusteigen.

Aber nicht überall sind die anfallenden Gebühren für einen Parkplatz gleich hoch. Das teuerste Parkticket kostet 1 Euro pro Stunde und die günstigsten Stellplätze kosten pro Stunde 50 Cent.

Autofahrer bezahlen in Magdeburg immer häufiger per Handy

Obwohl das Bezahlen per Münzeinwurf noch der Spitzenreiter ist, wird das Bezahlen per Handy immer beliebter. Neigt sich die Parkzeit dem Ende, aber der Einkaufsbummel ist noch nicht vorbei, muss man zurück zum Parkplatz und ein neues Ticket kaufen. Wird allerdings über Handy bezahlt, werden die Nutzer per SMS zehn Minuten vor Ablauf der Zeit informiert und können entscheiden, ob sie die Parkzeit verlängern wollen.

Über 965.000 Euro wurden 2020 mit dem Handy-Parken eingenommen. „Seit Einführung des Handyparkens im Jahr 2013 erfreut sich diese Bezahlmethode einer immer größeren Beliebtheit“, teilte Reif mit. Im ersten Jahr wurden knapp 200.000 Bezahlvorgänge registriert und 2018 waren es bereits 570.000.

Magdeburgs beliebtester Parkplatz liegt hinter Karstadt

Aber wo parken die Magdeburger am liebsten? Geht man von den bezahlten Gebühren aus, „ist wohl der Parkplatz hinter dem Karstadt-Warenhaus der beliebteste in Magdeburg“, teilte Reif mit. Allein mit sechs Parkscheinautomaten werden dort 13 Prozent der gesamten Einnahmen durch Parkgebühren erzielt. Insgesamt stehen über 280 solcher Automaten auf öffentlichen Parkflächen. Allerdings könnten die Einnahmen noch höher sein, denn immer mal wieder stehen dort Autos, die entweder länger als die bezahlte Zeit dort parken oder überhaupt kein Ticket gezogen haben. 2020 wurden mehr als 69.000 Verfahren zum ruhenden Verkehr geführt - sprich Parksünden geahndet. Im Vorjahr waren es noch über 88.000 gewesen. Dazu gehören neben den genannten Verstößen auch das Vergessen der Parkscheibe, Parken in den Haltverboten, auf den Geh- und Radwegen, in den Feuerwehrzufahrten oder auf Sonderparkplätzen. Wer ohne grüne Plakette in eine Umweltzone fährt oder parkt, der muss, wenn er erwischt wird, mit dem höchsten Bußgeld von bis zu 80 Euro rechnen.

Fehlender Parkschein ganz oben auf der Liste

Mit Hilfe des Ordnungsamtes können viele der Parksünder ausfindig gemacht werden und die Stadt konnte so im vergangenen Jahr durch Bußgelder 1,2 Millionen Euro einnehmen. Die häufigsten Feststellungen im Jahr 2020 seien das Parken ohne Parkschein oder überziehen der Parkzeit (30.296), das Parken in Haltverboten (14.328) sowie das Parken auf Geh- und Radwegen (8.773) gewesen. Die meisten Verstöße werden im Stadtgebiet zwischen dem Hasselbachplatz und Universitätsplatz ausfindig gemacht, teilt Reif mit.