Platz zwei im Vergleich mit allen Kreisen

Magdeburg liegt bei den krankheitsbedingten Fehltagen mit 19,5 auf Platz zwei in Sachsen-Anhalt. Nur der Altmarkkreis Salzwedel weist mit 17,5 Tagen einen geringeren Wert auf. Schlusslicht ist der Saalekreis mit 22,5 Tagen.

Die Sachsen-Anhalter sind im Schnitt 21,1 Tage krankgeschrieben. Bei Männern sind es 20,15 Tage, bei Frauen 22,45 Tage.

Zwei Drittel aller Krankschreibungen erfolgen für längstens sieben Tage. Aber: Obwohl nur 4,5 Prozent aller Krankschreibungen jene mit mehr als 42 Tagen sind, machen diese Langzeitfälle 50 Prozent aller Krankheitstage aus.

Fehltage nach Kreisen

Altmarkkreis Salzwedel 17,5

Magdeburg 19,5

Altmarkkreis Stendal 19,9

Jerichower Land 20,2

Halle 20,5

Dessau 20,6

Saalekreis 22,5

Magdeburg l Wer in der Magdeburg wohnt, ist offenbar fitter als seine Mitbürger in den anderen beiden größeren Städten des Landes Halle und Dessau-Roßlau. Das ergibt die Auswertung des Barmer-Gesundheitsreports, der alljährlich vorgelegt wird.

Die im Beruf stehenden Magdeburger waren demnach im vergangenen Jahr statistisch gesehen 19,5 Tage krankgeschrieben. Das entspricht einem Krankenstand von 5,27 Prozent. Schlechtere Werte wiesen dagegen Halle mit einem Tag mehr (20,5 Tage/5,61 Prozent) und Dessau-Roßlau mit 20,6 Tagen (5,64 Prozent) auf.

Genaue Gründe unbekannt

Worin die Ursachen für die Unterschiede begründet sind, kann Barmer-Sprecher Thomas Nawrath in Magdeburg nicht erklären: „Genau begründen können wir die Unterschiede nicht.“ Es sei aber zu vermuten, dass die Struktur der Versichertengruppe in den Kreisen zu den Unterschieden führe.

Altmärker schlagen alle anderen

Auch wenn die Magdeburger vor den beiden anderen größeren Städten im Land liegen, sind sie dennoch nicht die gesündesten Einwohner Sachsen-Anhalts. Die sind im Altmarkkreis Salzwedel zu Hause. Dort liegt die durchschnittliche Zahl von Krankentagen je Arbeitnehmer mit 17,5 Tagen deutlich unter der 20-Tage-Marke, die die meisten anderen Kreise und Städte überschreiten.

Für die Untersuchung werden die Daten von rund 300.000 Versicherten der Kasse in Sachsen-Anhalt herangezogen. Erst im Januar 2017 waren Barmer und Deutsche BKK fusioniert und hatten Gesundheitsmobile angeschafft. Nach Angaben von Nawrath können die Ergebnisse mit bundesweiten Untersuchungen gut verglichen werden, weil die Versichertenstruktur mit anderen großen Kassen vergleichbar sei. Das hätten die Ergebnisse vieler Vorjahre gezeigt.

Schaut man tiefer in die Statistik nach den Gründen für die Arbeitsunfähigkeit, so nehmen die Muskel- und Skelett-Erkrankungen mit 3,82 Tagen Krankschreibung pro Arbeitnehmer den größten Anteil unter den 19,5 Tagen ein.

Brüche, Atemwege und die Psyche

Es folgen die Atemwegserkrankungen (3,32 Tage) - gerade in der Zeit von Grippe und Erkältung ein wichtiges Thema, psychologische Probleme (3,21 Tage) und die Verletzungen/Vergiftungen mit 2,04 Tagen. Magdeburg sieht sich bei den Ursachen für Krankheitstage nahezu im Gleichschritt mit Halle und Dessau.

Insgesamt haben sich die Ergebnisse allerdings bei fast allen zum Vorjahr verschlechtert. „Wir stellen etwa ein bis zwei Prozent schlechtere Werte fest“, sagte Thomas Nawrath weiter. Im Vergleich der vergangenen fünf Jahre sei die Anzahl der Krankheitstage in allen Regionen etwa um einen Tag gestiegen, so Nawrath weiter. Eine Ursache sei Arbeitsunfähigkeit infolge von Grippe oder grippeähnlichen Infekten.

Kleine Veränderungen bedeuten viel Geld

Für Kassen wie die Barmer sind solche Statistiken sehr wichtig. Schon minimale Prozentverschiebungen können letztlich für deutliche Mehrkosten sorgen. Rund eine Milliarde Euro zahlt die Barmer pro Jahr für Leistungen aus. Rund 50 Millionen Euro entfallen auf das Krankengeld ab dem 42. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Weitere große Posten sind die Krankenhausleistungen mit rund 300 Millionen Euro, die Apothekenvergütungen mit 190 Millionen und die Ärztebezahlung mit 165 Millionen Euro.