Magdeburg l „Es ist ein Mädchen!“, jubelte jüngst Herbert Beesten bei der Präsentation des Modells des Kulturfrachtschiffs am Magdeburger Domfelsen. Grund: Kurz zuvor hatten die Besucher der Veranstaltung den Namen „Arche Magda“ mehrheitlich beschlossen, und Taufpatin Franka Schumacher hatte mit Helm und Sekt ausgestattet die Taufe vorgenommen.

Herbert Beesten sagt: „Bei Schiffen entscheidet sich das Geschlecht wohl erst bei der Taufe.“ Für die locker-launige musikalische Performance zur Schiffsmodell-Taufe war Hausfreund Semanski zuständig.

Schiffsmodell in Magdeburg vorgestellt

Zwar handelt es sich vorerst nur um ein Modell im Maßstab 1:100, das das Projekt sichtbar macht – der Freude bei dem Initiator, Zuschauern, Unterstützern und Fans tat dies keinen Abbruch.

Entwickelt hat Herbert Beesten die Idee, mit einem Gebäude, das in der Form einem Schiff ähnelt und das für einige Monate im Kulturhauptstadtjahr 2025 am Domfelsen aufgebaut werden soll, um Platz zur Präsentation von freier Kunst zu schaffen.

Der Name ist Programm

Der Name der „Arche Magda“ ist dabei gewissermaßen Programm: Mit einer Spendensammlung wird schon jetzt Künstlern, denen aufgrund der finanziellen Auswirkungen der Corona-Einschränkungen sprichwörtlich das Wasser bis zum Hals steht, geholfen. Mit den Spenden wird ihre aktuelle Arbeit finanziert.

Im Gegenzug sollen sie die dabei entstehenden Arbeiten für einige Wochen auf dem Kulturfrachtschiff als eine Art Kultur-Container zeigen. Nach wie vor werden Spenden gesammelt, die Kulturschaffenden der verschiedensten Kunstgattungen aus der Region zugutekommen sollen.

Unabhängig von Kulturhauptstadt-Bewerbung

Die Container könnten gefüllt werden mit Malerei, Bildhauerei, Musik, Literatur, Schauspiel und Installationen. Immer, wenn genügend Geld beisammen ist, wird ein weiterer Akteur für seine Arbeit für einige Wochen unterstützt.

Zur Taufveranstaltung der „Arche Magda“ resümiert Herbert Beesten: „Es haben sich wieder viele neue Menschen gefunden, die ihre aktive Mitarbeit angeboten haben, selbst wenn es mit der offiziellen Kulturhauptstadt nichts werden sollte.“

Schiffstaufe am Magdeburger Domfelsen

Bereits in den Monaten zuvor hatte er über die Zeitung und die eigene Internetpräsentation eine Reihe von Menschen für das Vorhaben begeistern können. Einige von diesen hatten die Gelegenheit genutzt, sich das Modell zu dessen Taufe am Domfelsen genauer anzuschauen.

Bereits vor der Schiffstaufe hatte Herbert Beesten gegenüber der Volksstimme erläutert, dass ein Modell der nächste logische Schritt im Werben um das Vorhaben sei. „Als Ingenieur habe ich mich viele Jahre intensiv mit virtuellen Realitäten beschäftigt, und in diesem Zuge sind auch eine Reihe von Visualisierungen entstanden. Doch ein haptisches Modell bietet noch einmal einen ganz anderen Eindruck.“

Initiator hat Erfahrung

Allerdings handelt es sich bei dem Modell um keines, das witterungs- und vandalismusbeständig ist, so dass es nicht vor Ort bleiben kann. Nach der Taufveranstaltung hat es Herbert Beesten zunächst wieder mit nach Hause genommen, um es bei Gelegenheit in einem geschützten Raum der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

In der Organisation von kulturellen Höhepunkten hat Herbert Beesten Erfahrung. Als Vorsitzender des Fördervereins der Schriftsteller hatte er im vergangenen Jahr beispielsweise gemeinsam mit seinen Mitstreitern ein umfangreiches literarisch-kreatives Programm zum Bauhausjubiläum auf die Beine gestellt.

Erfolgreich mit Taut-Kiosk auf der Buchmesse

Außerdem war er maßgeblich an der Organisation der Auftritte Magdeburgs bei der Leipziger Buchmesse beteiligt, die in den vergangenen Jahren rund um den bunten mobilen Taut-Kiosk vor breitem Publikum auf das literarische und verlegerische Schaffen in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt aufmerksam gemacht hatten.

Informationen zum Projekt Kulturfrachtschiff gibt es unter kulturfrachtschiff-md2025.eu.