Freiluftkino

Kulturfreunde pilgern zu Stummfilmabend im Osten von Magdeburg

Mit dem Pechauer Landfilmabend konnte am Wochenende die Kultur im Osten von Magdeburg wieder aufleben. Wegen des Starkregens stand der Termin aber lange auf der Kippe.

Von Konstantin Kraft
Die Plätze vor der Kino-Leinwand in Magdeburg-Pechau am Magirus-Deutz waren voll gefüllt. Bis Mitternacht ratterte der alte Filmprojektor.
Die Plätze vor der Kino-Leinwand in Magdeburg-Pechau am Magirus-Deutz waren voll gefüllt. Bis Mitternacht ratterte der alte Filmprojektor. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Mit einem Stummfilmabend samt Livemusik konnte am Samstagabend in Pechau das „Ende einer langen kulturlosen Zeit“ eingeläutet werden. So drückte es Carsten Kriegenburg aus. Gemeinsam mit seiner Frau Claudia und vielen freiwilligen Helfern hat er den Landfilmabend unter Schirmherrschaft des Kultur- und Heimatvereins Pechau organisiert. Diese Art der Kinoveranstaltungen hat im Ort eine lange Tradition. Es war schon das 12. Mal in 13 Jahren, dass das Wanderkino „Laster der Nacht“ mit dem umfunktionierten Feuerwehrwagen von Magirus-Deutz (Baujahr 69) in Pechau halt machte. Sie kamen sogar im Hochwasser-Jahr. Alleine 2020 musste der Termin wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Ob der Stummfilmabend unter freiem Himmel stattfinden kann, stand dennoch lange auf der Kippe. Grund dafür waren Starkregen und Gewitter, die am Sonnabend über Magdeburg niedergingen. „Wir haben erst um 21 Uhr entschieden, dass wir aufbauen“, sagt Kriegenburg. Weniger als eine Stunde vor dem geplanten Start. Der Mut der Veranstalter zahlte sich aus. Es blieb trocken. Bis spät in die Nacht konnten die Gäste bei milden Temperaturen zusammensitzen. Wiewohl zu Beginn noch der ein oder andere Regenschirm gespannt worden war.

Gäste bringen eigene Stühle mit

Wie groß die Sehnsucht nach kulturellen Veranstaltungen nach der langen Corona-Pause ist, zeigte die Resonanz beim Filmabend. Zahlreiche Cineasten und Kulturfreunde von Jung bis Alt pilgerten auf die Wiese unterhalb der Kirche. Viele brachten ihre eigenen Stühle mit. Das war auch nötig, die bereitgestellten Plätze vor der Leinwand waren voll belegt. Am Horizont leuchtete der Albinmüllerturm. Die Domspitzen ragten über den Feldern. „Herzlich willkommen in Pechau und herzlich willkommen in besseren Zeiten“, begrüßte Carsten Kriegenburg die vielen „Optimisten“ im Zuschauerraum.

Im Anschluss ratterte zunächst ein stummer Dokumentarfilm über den analogen Filmprojektor, der den Weg vom Korn bis zum Brot zeigte. Begleitet von Tobias Rank am Piano und Gunthard Stephan an der Geige. Danach sollten Stummfilm-Klassiker von Buster Keaton folgen. Möglich gemacht wurde der Landfilmabend auch durch die Unterstützung der GWA Ostelbien, die Fördermittel aus dem Initiativfonds Gemeinwesenarbeit für den Kultur- und Heimatverein Pechau gewährte.