Magdeburg (dpa) l Magdeburg will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden – und lässt sich dabei von den Experimenten des Naturwissenschaftlers Otto von Guericke (1602-1686) inspirieren. Er schuf etwa die "Magdeburger Halbkugeln" und erzeugte ein Vakuum. Bauliche Lücken und Leerstellen – und die Chancen, sie zu füllen – sollen nun bei der Bewerbung als "Stadt des Vakuums" helfen. "Wir wollen als Stadt perfekter werden", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). "Out of the Void – Raus aus der Leere" ist das 60-seitige Bewerbungsbuch der Stadt überschrieben.

Laut dem Leiter des Bewerbungsbüros Magdeburg 2025, Tamás Szalay, sollen etwa mehr Möglichkeiten für Kultur in der Stadt geschaffen werden. Musik soll eine besondere Rolle spielen. Neue kulturelle Hotspots sollten entstehen, öffentliche Räume belebt werden. Die Elbe solle stärker eingebunden werden in den städtischen Alltag. Stadtteilprojekte sollten für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und zugleich die Vielfalt deutlich machen. Kreative und unkonventionelle Ideen und Projekte seien gefragt. Nicht zuletzt sei es das Ziel, das Image der Stadt zu verändern, die nicht eben als starke Kulturstadt wahrgenommen werde.

Neben Magdeburg bewerben sich Gera, Chemnitz, Dresden, Zittau, Hannover, Hildesheim und Nürnberg um den Titel. Der ermöglicht nicht nur eine Aufwertung der Stadt selbst, sondern ein Plus an Touristen und möglichen Investoren.

Am 12. Dezember wird eine internationale Jury verkünden, welche Städte die Chance erhalten, in die zweite Runde des Bewerbungsprozesses zu kommen. Die Schlussauswahl ist für das kommende Jahr geplant. Die Kommission der Europäischen Union verleiht den Titel nach dem Wettbewerb – für 2025 an eine deutsche und eine slowenische Stadt.