Magdeburg l Bald acht Jahre ist es her, dass sich der Stadtrat Magdeburg einstimmig für Magdeburgs Bewerbung als Kulturhauptstadt im Jahr 2025 ausgesprochen hat. Allein für die Planungs- und Bewerbungsphase wurden und werden insgesamt fast drei Millionen Euro an kommunalen Mitteln zur Verfügung gestellt. Unter anderem wurde ein Kulturhauptstadt-Büro mit mehreren Mitarbeitern eingerichtet.

Ende 2020 fällt voraussichtlich die Entscheidung, ob Magdeburg den Wettbewerb gewinnt. Schon jetzt sind die Stadträte gezwungen, sich mit den finanziellen Folgen auseinandersetzen.

Magdeburg muss 20 Millionen Euro zahlen

In einem aktuellen Beschlussvorschlag ist die Rede von insgesamt 20 Millionen Euro, die zwischen 2021 und 2026 aus den Mitteln der Stadt Magdeburg bewältigt werden müssten – sollte Magdeburg tatsächlich gewinnen.

Diese Kosten werden in den kommenden Wochen in den Ausschüssen thematisiert und Anfang November 2018 muss der Stadtrat Magdeburg abstimmen.

Entscheidung wichtig für Bewerbung

Diese Entscheidung kann richtungsweisend sein. Werde dieser Grundsatzbeschluss bereits jetzt gefasst, sei das der Stadt zufolge förderlich für die Bewertung der Jury – da sich ein Kapitel des Fragenkatalogs zur Bewerbung mit der Finanzierung des Projektes befasst.

Zudem würde ein positives Votum der Stadträte auch die aktuellen Verhandlungen von Oberbürgermeister Lutz Trümper mit der Landesregierung unterstützen. So steht es zumindest in der Begründung des aktuellen Beschlussvorschlags. Denn mit den 20 Millionen Euro ist es nicht getan. Weitere 20 Millionen sollen in den Landeshaushalt eingestellt werden. Dafür kämpft derzeit der Oberbürgermeister.

Gesambudget von etwa 60 Millionen Euro

Auch damit nicht genug: Insgesamt sei von einem Gesamtbudget von circa 60 Millionen Euro auszugehen, heißt es von der Stadt Magdeburg. Das würde den Erfahrungswerten vergleichbarer Kulturhauptstäde entsprechen.

Die restlichen 20 Millionen Euro – zusätzlich zu den Anteilen von Stadt Magdeburg und Land Sachsen-Anhalt – sollen über Bundes- und Drittmittel sowie Sponsoring eingeworben werden. Das soll zur Bedingung für den Beschluss werden. Genau wie der Punkt: Die 20 Millionen Euro Eigenanteil bleiben die Obergrenze für die Stadt.

Magdeburg will neue Ideen umsetzen

Doch der Prozess Kulturhauptstadt wird nicht nur Kosten verursachen, sondern soll vor allem eins: Magdeburg helfen, „auf dem Weg zu einer vielfältigeren und lebenswerteren Stadt besser voranzukommen und Ideen umzusetzen, die sonst so nicht realisierbar wären“, heißt es von der Stadt.