Magdeburg l Ob Backkurs, musikalische Horrorlesung, Schattenspiele oder kleine Lesungen und Konzerte, die Kulturnacht in Magdeburg hatte auch am 22. September 2018 wieder einiges zu bieten und wartete mit Überraschungen auf.

Das Motto der Nacht lautete „Das muss Liebe sein“ und richtete den Fokus auf die Liebe zur Kultur, aber auch auf das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in einer Stadt. Die Eröffnung wurde denn auch mehrsprachig begangen – auf Deutsch, Spanisch, Arabisch und Chinesisch. Der Frontsänger der Gruppe Hyparschall, die zur Eröffnung spielte, richtete sich an eben jene Menschen: „Seid euch sicher: Ihr seid nicht das Problem.“ Und er erntete mit dieser Aussage viel Beifall.

Kloster steht für Tradition und Moderne

Die Eröffnungsveranstaltung war in diesem Jahr hinter das Magdeburger Kloster verlegt worden, wo sich um 18  Uhr auch schon viele Besucher einfanden. Ganz bewusst war dieser Ort gewählt worden, da dort Tradition und Moderne aufeinander treffen – moderne Kunst im ältesten Gebäude der Stadt. Vor dem Hintergrund des diesjährigen Bauhaus-Jubiläums sei das ein geeigneter Ort gewesen, erklärte Norbert Pohlmann, der die Veranstaltung eröffnete.

Neben Hyparschall sorgten auch die Töchter Magdeburgs für Programm, und die Stadtschreiberin Nellja Veremej las einen selbst geschriebenen Text vor, in dem sie dazu aufrief, stolz auf die Stadt zu sein und den Künstler Heinrich Apel besser zu vermarkten. Die Skulpturen aus seiner Hand, die in Magdeburg aufgestellt wurden, würden Touristen in Scharen locken, ist sie überzeugt.

Viele Jugendliche nutzten freien Eintritt

Neu war in diesem Jahr die Organisation des Ticketverkaufs, der stark vereinfacht wurde. Besonders erfreut zeigte sich Pohlmann, dass so viele Jugendliche dem Angebot gefolgt waren. Denn diese Gruppe sei schwierig zu erreichen. Der freie Eintritt bis zum 17.  Lebensjahr für alle Kinder und Jugendlichen hatte aber offenbar doch gelockt.

Natürlich war auch viel Programm für jene Zielgruppe vorbereitet worden. Seinem Eindruck nach hat die Kulturnacht mehr Besucher gehabt als im vorigen Jahr, was für die Bandbreite des Programms spricht.

Hasselbachplatz nicht im Programm

Dass der Hasselbachplatz, der in den vergangenen Monaten immer wieder Negativschlagzeilen geschrieben hatte, nicht ins Programm einbezogen worden war, begründete Norbert Pohlmann damit, dass die Kulturnacht sonst schnell in eine Kneipennacht abgleiten könnte. Außerdem solle Kultur an jene Orte gebracht werden, an denen sonst nicht so viel Kultur stattfindet.

Die Nacht ist aber nicht nur für die Besucher gedacht. Für die Kulturschaffenden, für die die Kulturnacht im Prinzip Tagesgeschäft ist, sei es die Möglichkeit, einmal etwas zusammen zu gestalten.

In den nächsten Tagen wird nun ausgewertet, und das durchaus auch kontrovers. Das Gute wird beibehalten, Kritikpunkte sollen für die nächste Kulturnacht ausgemerzt werden. Im Hinblick auf die Stadt, die sich in diesem Jahr aus der Organisation etwas herausgenommen hatte, sagte Pohlmann, da könne in den nächsten Jahren noch einiges verdichtet werden. Schließlich verfolgen alle ja auch das Ziel, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden. Die Kulturnacht jedenfalls zeige, dass Magdeburg ein sehr charmantes Angebot hat, findet Pohlmann.