Petra Schubert ist in Magdeburg eine Instanz. Viele kennen und lieben sie – vor allem ältere Magdeburger. Seit mehr als 20 Jahren organisiert sie die „Musik am Nachmittag“ für Rentner im Amo; seit Jahren außerdem monatlich den Tanztee für Senioren. Seit 2014 gibt es gemeinsam mit dem Rossini-Quartett Konzerte in inzwischen zehn Pflegeheimen der Stadt – für Senioren, die nicht mehr mobil sind.

Seit 2019 besucht Petra Schubert zudem mit ihrer neuen Mitstreiterin Gudrun Horlach als Singe-Omis einmal in der Woche die Seniorenresidenz „Am Eiskellerplatz“, um dort gemeinsam mit den anderen „Omis" zu singen, zu lachen und zu tanzen – ein weiteres großes Herzensprojekt der beiden Frauen. Also, das ist in der Summe eine ganze Menge und vor allem etwas, was über Jahre toll funktioniert! Rein ehrenamtlich ...

Wenn nicht in den Heimen, dann davor!

Auch für das Jahr 2020 war alles organisiert – und dann schlug das Coronavirus zu. Das bedeutete eben auch: keine Konzerte in den Pflegeheimen! Die beiden Frauen aber sagten sich: „Wenn wir nicht in die Heime gehen können, dann bleiben wir davor. Die Senioren brauchen uns gerade jetzt!“

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Gesagt, getan: Das Rossini-Quartett stellte seine Instrumente einfach im Garten der Heime oder auf der Terrasse auf, und die Bewohner konnten der Musik mit genügend Abstand auf der Wiese oder vom Balkon aus folgen. So wurde der Rasen zur Bühne und der Garten zum Konzertsaal. Bis in den Frühsommer hinein konnten sich die Heimbewohner trotz der Corona-Beschränkungen an diesen Hofkonzerten und der Musik des Rossini-Quartetts erfreuen. Man konnte die Freude in den Gesichtern ablesen. Sorgen und Ängste waren in dieser Zeit einfach mal vergessen. Den Bewohnern, aber auch dem Personal bedeutete diese kleine Auszeit sehr viel. Es war auch ein wichtiges Zeichen: „Ihr seid nicht vergessen!“

Dankbares Lächeln in den Gesichtern

Die Pandemie und die damit verbundenen Kontaktsperren sind nach wie vor eine riesige Belastung für alle Beteiligten. Bei vielen Heimbewohnern wurden uralte Ängste wie damals im Krieg wach. „Warum können wir unsere Liebsten nicht sehen?“ „Gibt es genug zu essen?“ Solche Gedanken quälen viele. Wir wissen aber zugleich: Musik öffnet die Seelen und Herzen und kann auch heilend wirken. Schöne Erinnerungen werden wach geküsst. Eine demenzkranke Bewohnerin, die kaum noch sprach, fand plötzlich ihre Worte wieder. Solche Erlebnisse und das dankbare Lächeln in den Gesichtern der Senioren, die so viel für ihre Stadt geleistet haben, sei der schönste Lohn, betonen die beiden Frauen. Die 76-jährige Petra Schubert und die 68-jährige Gudrun Horlach eint die Liebe zur Musik und der Wunsch, gemeinsam etwas gegen die Einsamkeit und Vereinsamung älterer Menschen in Magdeburg zu tun.

Genau das vollbringen Wirbelwind Petra Schubert und Gudrun Horlach mit ihrer Gitarre nicht nur in Corona-Zeiten mit großer Hingabe in bewundernswerter Weise. Darum haben sie sich die Auszeichnung als 4. Sieger bei der Wahl zum Magdeburger des Jahres 2020 mehr als verdient! Herzlichen Glückwunsch, liebe Gudrun Horlach und Petra Schubert!