Plötzky (ok) l Das ist so etwa wie die oft zitierte Win-win-Situation. Als gestern Vormittag Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) das ehemalige Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Plötzky an den Feuerwehrförderverein übergab, gab es gleich auf drei Seiten strahlende Gesichter über die Lösung des Problems: Beim Oberbürgermeister, der aus Sicht der Stadt das Gerätehaus nicht verkaufen musste, bei Helko Meyer, dem Vorsitzenden des Feuerwehrfördervereines Pretzien/Plötzky, der mit dem Gerätehaus nun ein eigenes, großes Domizil hat, und nicht zuletzt bei Michael Vorwerk, dem Wehrleiter von Pretzien/Plötzky.

Zunächst schlimme Befürchtungen

Nachdem sich die Feuerwehr Plötzky vor einiger Zeit der Truppe in Pretzien anschloss und nicht mehr selbstständig agierte, stand lange Zeit die Frage im Raum: Was wird aus dem Gerätehaus im Dorf? Zunächst gab es die Befürchtung, dass das Haus verkauft werden könnte und damit das letzte Stück Geschichte der Plötzkyer Feuerwehr unwiderruflich und für immer verschwinde.

Doch Wehrleiter Michael Vorwerk hatte dann einen genialen Geistesblitz: „Wenn wir das Haus dem Feuerwehrförderverein übergeben, bleibt es zumindest ein bisschen in feuerwehrmäßiger Nutzung. Au-ßerdem haben wir noch einen Stützpunkt im Ort, der bei Katastrophen offiziell genutzt werden kann.“

Stadtrat befürwortet Idee

Die Argumentation überzeugte nicht nur die Verantwortlichen im Rathaus, sondern auch die Mitglieder im Stadtrat gingen mit der Idee mit. Wegen der Corona-Pandemie dauerte die Umsetzung einige Zeit, doch im Dezember des vergangenen Jahres konnte ein Nutzungsvertrag unterschrieben werden. Die Stadt bleibt Eigentümer, alle laufenden Kosten werden vom Feuerwehrförderverein getragen.

„Das ist wirklich ein klasse Lösung“, so Meyer, der inzwischen mehr als 50 Mitglieder im Förderverein zählt. In dem Depot lagern nun die Gerätschaften und Wagen des Vereines, der Versammlungsraum kann für Treffen genutzt werden. Und am Ende zieht wieder ein Stück mehr Leben in Plötzky zurück.