Magdeburg l Wer kennt das nicht: Man hat eine tolle Idee für ein neues Möbelstück, ein Kinderspielzeug, ein Hilfsmittel für den Haushalt. Das Material ist schnell besorgt, doch in der heimischen Werkstatt stößt man schnell an Grenzen, weil die richtigen Maschinen fehlen, ein Kauf zu teuer, leihen zu umständlich ist.

Genau an diesem Punkt kommen ab 29. September 2018 Jörg Bachmann und André Holstein ins Spiel. Sie nämlich leiten die neue Werkstatt des Grünstreifen e. V.

Magdeburger mieten sich in Werkstatt ein

„In vielen anderen Großstädten gibt es das bereits. Wir wollten diese Möglichkeit auch für Magdeburger schaffen“, sagt Holstein. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer eine Idee hat und in die Gerätschaften eingewiesen wurde, kann sich in die Werkstatt einmieten und sein Projekt dort umsetzen. Passenderweise trägt die Werkstatt den Namen Macherburg - und wartet jetzt darauf, dass die ersten Interessenten kommen.

Die Idee gab es schon lange. Nur bis zur Umsetzung dauerte es noch etwas. Schließlich mussten erst die Werkstatträume in der Porsestraße 19 ausgebaut werden. Noch in dieser Woche wurde eifrig gesägt, geschraubt, geleimt, um die Werkbänke fertigzustellen. Bis Ende der Woche sollten die ersten Maschinen hinaufgetragen werden.

Eröffnung am Sonnabend

Bis alles richtig eingerichtet ist, werden wohl auch noch einige Tage ins Land gehen. Aber mit der Eröffnung wollten die Vereinsmitglieder nun doch nicht mehr warten. Die Eröffnung findet am Sonnabend von 13 bis etwa 19 Uhr statt.

Zu sehen sind nicht nur leere Werkbänke. Die Macherburger haben zur Eröffnung einige Handwerker und Künstler eingeladen, die zeigen werden, was in den Werkräumen möglich ist. Sie erwarten zum Beispiel Maximilian Wegner zum Showschnitzen, Robert Heumüller, der sich zum Ziel gesetzt hat, all seine Werke ohne maschinelle Hilfe zu bauen. Außerdem wird der Lasercutter vorgeführt und noch vieles mehr.

Prototypen für Nachhaltigkeit

Möglich ist ziemlich viel in der Werkstatt, von der Holzbearbeitung über Metallbau bis hin zum Schweißen und Löten, Fräsen, Nähen, Töpfern und so weiter. Freuen würden sich die beiden Werkstattleiter, wenn in den Räumen auch Prototypen für Nachhaltigkeit entstehen und durch die Möglichkeit, Ideen umzusetzen, vielleicht auch die eine oder andere Firmengründung daraus hervorgeht.

Willkommen sind auch Spender: Wer Maschinen im Keller stehen hat, die er nicht mehr benötigt, kann sie gegebenenfalls an die Macherburger abgeben, ebenso Material. Im Moment werden zum Beispiel Zwingen gebraucht. Und die Räume bieten Ausbaupotenzial. Das ist aber Zukunftsmusik. Erst einmal wollen die Vereinsmitglieder die Macherburg überhaupt zum Laufen bringen.

Werkstatt-Workshops organisiert

Jörg Bachmann ist Tischler und hat zudem Holzbearbeitung studiert. Sein Kollege André Holstein hat früher in der Wissenschaft gearbeitet, sich inzwischen mit dem Bau von Prototypen selbstständig gemacht. Aus Erfahrung weiß er, dass Wissenschaftler sich freuen, wenn sie mal wegkommen vom Computer und mal was anderes machen können. Mit dem Grünstreifen e. V. haben die beiden bereits Werkstatt-Workshops organisiert, die sehr gut angenommen wurden.