Magdeburg (vs) l Vor den Toren Magdeburgs wird die weltweite Glasbranche erobert. Das Euroglas-Glaswerk in Osterweddingen gehört gemeinsam mit den weiteren Standorten in Haldensleben, im französischen Hombourg und im polnischen Ujazd zum größten Glas herstellenden Unternehmen Europas. Den Standort in Haldensleben gibt es seit 22 Jahren, in Osterweddingen brennt das Feuer im Ofen des Glasherstellers seit 2006. Ein wahrer „Global Player“. Dabei sieht sich Geschäftsführer Christian Winter eher als mittelständisches Unternehmen. „Das entspricht mehr unseren Strukturen und unserem Verständnis.“

Anlagen laufen rund um die Uhr

Mehr als 500 Mitarbeiter sorgen für ausreichend Nachschub für die internationalen Kunden. Die Produktionsanlagen laufen mittlerweile 24 Stunden an allen Tagen der Woche. „Unser Hauptabsatz geht in die Architekturbranche. Wir liefern das Basisglas, das sogenannte Floatglas, aus dem unsere Kunden die Glasvarianten für die Bauindustrie veredeln und herstellen“, erklärt der Geschäftsmann. Durch Beschichtung entstehen bei Euroglas außerdem Sicherheits- und Wärmeschutzgläser. Abnehmer finden sich auch in weiterverarbeitenden Firmen der Automobilindustrie für Navigationssysteme oder der Medizintechnik. Ein Teil des qualitativ hochwertigen Glases wird im Interieurbereich für die Herstellung von Glasduschen, Türen, Trennwänden oder Tischen eingesetzt.

Die Nachfrage ist groß. Durch intelligente Logistik und einem schnellen Lieferkonzept gelingt es dem Unternehmen, auf die Kundenwünsche zu reagieren. „Wenn das Glas beispielsweise in 72 Stunden in Helsinki sein muss, ist das für uns kein Problem.“

Referenzobjekte in vielen Metropolen

Die Referenzobjekte finden sich mittlerweile in fast allen Metropolen auf der Welt. So werden die Spezialgläser aus Sachsen-Anhalt mit Überseecontainern nach Amerika verschickt. Dort finden sich die veredelten Produkte in Footballstadien oder in den großen Arenen. Am Londoner Times Square ist das Glas ebenso verbaut wie in spektakulären Bauprojekten in Dubai, Abu Dhabi oder Katar. Auf Urlaubsreisen zeige Christian Winter mit Stolz seiner Familie die internationalen Bauwerke, in denen die „Arbeit von Papa“ stecke.

Auch in Deutschland findet sich die Qualitätsarbeit aus der Magdeburger Börde wieder. Im Porschemuseum in Stuttgart oder im Reichstagsgebäude in Berlin. Und der Blick vom Magdeburger Ring auf das Autohaus einer bayerischen Automarke fällt auch auf das in der Region hergestellte Glas.

Verantwortung für die Heimat

Bei aller Freude über die positive Entwicklung weiß Christian Winter, dass man sich auf dem Erfolg nicht ausruhen darf. Er beobachtet aufmerksam die Entwicklung der Baubranche und Automotive. Dafür werden schon heute die Prozesse gestrafft und auch in ein neues Produktsegment investiert. Auch zukünftig will der gebürtige Magdeburger ein stabiles Unternehmen führen. Gleichzeitig sieht er sich auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung für seine Heimatstadt.

„Ich finde es sensationell, dass sich Magdeburg als Kulturhauptstadt Europas 2025 bewirkt. Die Stadt hat das Potenzial, denn es hat sich vieles sehr positiv und professionell entwickelt“, sagt Winter. Die Wirtschaft sehe er aber nicht in der Rolle des reinen Geldgebers für das große Projekt. „Die Unternehmen in Magdeburg sollen Werbung für das Vorhaben machen und als Vorbilder zeigen, dass die Kampagne flächendeckend getragen wird und ein positives Gefühl entsteht“, so der Geschäftsführer weiter, der genau diesen Weg nicht nur in seiner Belegschaft geht.

Magdeburg hat viele hidden Champions

Als ehrenamtlicher Präsident des Industrieclubs zieht er ein positives Resümee zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Landeshauptstadt. Viele Arbeitsplätze sind im industriellen Bereich entstanden. Das hat Kraft gekostet, aber zeigt sich heute in vielen Erfolgen. Winter erinnert sich selbst noch an die ersten Tage im Osterweddinger Werk und den Blick aus dem Fenster in das umliegende, noch kleinteilige Gewerbegebiet. Heute sieht er hier ein großes logistisches Drehkreuz, das weiter wächst. Auf einer Großbaustelle wird gerade für einen US-amerikanischen Onlineversandhändler gebaut. Unweit des Euroglas-Werkes produziere eine Großbäckerei täglich einen Großteil des deutschen Brötchenabsatzes. Magdeburg habe viele von diesen hidden Champions.

„Made in Magdeburg“ ist eine Gemeinschaftsserie von Volksstimme und dem Stadtmarketingverein Pro M. Mehr dazu gibt es auf einer eigenen Seite.