Magdeburg (vs) l Ein waschechter Magdeburger ist Mirko Peglow. Der Verfahrenstechnik-Experte ist in Magdeburg geboren und aufgewachsen, hat hier studiert und ist auch hierher zurückgekommen, als die Zeit reif war dafür. „Ich habe nach dem Studium zum Beispiel ein Jahr in Japan gelebt, das war eine sehr schöne Erfahrung“, sagt er heute.

Im Alter von 32 Jahren bekam er einen Ruf an die Technische Universität Graz in Österreich für die Universitätsprofessur „Partikelverfahrenstechnik“ - und lehnte ab. Viele Möglichkeiten habe er gehabt, aber seine Heimatstadt habe ihn immer festgehalten, hier lebe es sich einfach gut. Sesshaft geworden ist er mit seiner kleinen Familie mittlerweile in Stadtfeld.

Projekt für die Spitzenforschung

Vor einigen Jahren lernte er den Geschäftsführer der Pergande Group kennen. „Wilfried Pergande hat mir die Möglichkeit gegeben, als Geschäftsführer das Unternehmen mit zu leiten“, sagt Peglow. Mittlerweile ist er Vorsitzender des Landesverbandes des VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V. in Sachsen-Anhalt und Honorarprofessor an „seiner“ Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. „Zu tun habe ich aber immer wieder mit meinen Weggefährten von der Uni, die mittlerweile weltweit für verschiedenste Unternehmen tätig sind“, sagt er schmunzelnd. Dadurch sei der Kontakt zu den Fachkräften in seiner Branche natürlich ein sehr enger – aber nicht nur dort.

Die Universität bilde hochkarätige Wissenschaftler und kluge Köpfe au, die sich auch in der heimischen Wirtschaft in und um Magdeburg herum ihren Namen machen.

Kritischer Blick auf die Kulturhauptstadt

Gerade erst hat er mit Kollegen ein neues Projekt zur Internationalisierung von Spitzenclustern aus der Wiege gehoben. Er selbst hat, wie er sagt, immer zwei oder drei Projekte zusammen mit dem Fraunhofer Institut auf dem Tisch, mit dem die Kooperation ganz problemlos schon seit vielen Jahre laufe. Mirko Peglow steht der Bewerbung Magdeburgs um den Titel der Kulturhauptstadt Europas etwas skeptisch gegenüber. „Allerdings hat sich die Stadt auch mal um die Bundesgartenschau beworben, und daraus wurde im Laufe der Jahre eine richtige Erfolgsgeschichte. Ich wünsche mir, dass das mit der Kulturhauptstadt ähnlich wird“, erklärt er. Sicherlich könne man mit Bewerbung und Titel in der Stadt einiges bewegen. Und: „Dadurch kämen bestimmt viele neue Sachen in die Stadt. Besonders im Bereich Nachtleben sehe ich großes Potenzial, das konzentriert sich ja momentan fast nur am Hasselbachplatz. Dabei müsste es auch in den Stadtteilen Kneipen gegen, in denen man sich einfach nach Feierabend entspannen könnte.“

Tagsüber vor Studenten, abends hinterm Tresen

Selbst hat er bereits vor vielen Jahren in der Kulturlandschaft mitgemischt. Das kam so, wie er berichtet: „Meine Oma hat eine Kneipe gehabt in Oschersleben, das hat immer Spaß gemacht und ich wollte auch mal selbst hinter der Theke stehen.“ Das klappte in Magdeburg mit dem Café Central, das er damals von Carsten Steinmetz übernahm. Tagsüber unterrichtete er an der Uni Studenten, abends stellt er sich fünf Jahre lang hinter den Tresen. „In dieser anderen Welt war das eine echte Abwechslung und Entspannung vom Uni-Alltag“, sagt Peglow heute. Für die Stadt im Allgemeinen sieht der Vorsitzende des VDI im Land großes Potenzial darin, sich mit der Universität enger zu vernetzen. „Die Uni müsste sich meiner Meinung nach mehr als Forschungsdienstleister für die regionale Wirtschaft verstehen.

Nicht nur klagen, sondern auch etwas zurückge

Den Campus am Wissenschaftshafen sieht er da als guten Schritt in die richtige Richtung. Eines betont er: „Wir dürfen nicht nur Gutes tun, wir müssen auch davon berichten.“ Im Verband der Ingenieure hilft er gern, die Wirtschaft im Land nach innen und außen zu präsentieren. „Ich kann als Unternehmer nicht immer nur klagen und Aktionen von der Politik einfordern, ich will auch etwas zurückgeben und uns nach vorn bringen“, begründet er sein ehrenamtliches Engagement im Verband.

 

„Made in Magdeburg“ ist eine Gemeinschaftsserie von Volksstimme und dem Stadtmarketingverein Pro M. Mehr dazu auch online unter der Adresse www.made-in-magdeburg.com.