Magdeburg l Im Mai 2020 soll der Magdeburger Stadtrat entscheiden, wer künftig die Ressorts Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit sowie Kultur, Schule und Sport im Rathaus leitet. Die beiden Amtsinhaber – die Beigeordneten Rainer Nitsche (CDU/Wirtschaft) und Matthias Puhle (SPD/Kultur) – scheiden Ende Juni und Ende Juli in den Ruhestand aus. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist Ende Januar zählte die Stadtverwaltung insgesamt 103 Bewerber für beide Spitzenämter, davon 50 fürs Kulturressort und 53 fürs Wirtschaftsdezernat. Nur etwa zehn Bewerber erfüllten die grundlegenden Eignungskriterien nicht, so dass den Stadträten im Verwaltungsausschuss nun die schwierige Aufgabe zukam, mehr als 90 Bewerbungen zu sichten.

Sondersitzung

In einer ersten Sondersitzung zur Sache hat sich das Gremium, in dem unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) alle Ratsfraktionen mitwirken, nun darauf verständigt, welche Männer und Frauen aus der großen Bewerberriege zur persönlichen Vorstellung vor den Ausschuss geladen werden.

„Als eine Vorauswahl ist das allerdings nicht zu verstehen“, stellt Trümper im Nachgang und auf Volksstimme-Nachfrage klar. „Das sind schlicht die Bewerber, an welche die Ratsfraktionen noch persönliche Nachfragen richten wollen.“ Insgesamt – für beide Ämter – seien das 14 Frauen und Männer, so Trümper. Während unter den Bewerbern fürs Wirtschaftsressort nur eine Handvoll im Ausschuss angehört wird, sind es im Kulturressort fast doppelt so viele. Für die Festlegung der einzuladenden Kandidaten stimmte der Ausschuss über jeden einzelnen Bewerber ab.

Trümper ist nicht begeistert

„Wir werden jetzt drei weitere Ausschusssitzungen anberaumen, in denen sich jeweils vier bis fünf Bewerber vorstellen“, so Trümper zum weiteren Prozedere. Bis Ende April sollen diese Anhörungen über die Bühne sein, bevor am 14. Mai 2020 der Stadtrat sein abschließendes Votum zur Beigeordnetenkür abgibt. Nach seiner Sicht auf die Bewerberriege gefragt, sagt Trümper: „Begeistert bin ich nicht, aber viele der Bewerber kenne ich ja auch noch gar nicht.“ Es seien allerdings „nur wenige“ dabei, die seinen Wunschvorstellungen entsprechen.

Trümper hatte sich für die ihm direkt unterstellten Minister auf Stadtebene eine mindestens dreijährige Führungserfahrung größerer Organisationseinheiten in Unternehmen oder in der Verwaltung gewünscht. Der Stadtrat hatte dieses Ausschreibungskriterium getilgt und in eine butterweiche Wünschenswert-Formulierung umgemünzt.