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Magdeburger Forscher verschicken 4000 Briefe zu Gesundheitsfragen

Für eine Studie erheben Forscher der Uni Magdeburg Daten zu altersbedingten Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen. 4000 Fragebögen werden verschickt.

Von vs

Magdeburg. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs müssen früh erkannt werden, um sie bestmöglich zu behandeln: Insbesondere Menschen im höheren Lebensalter sind für Krankheiten dieser Art anfälliger und können deshalb Präventionsleistungen, wie beispielsweise Impfungen, Krebsfrüherkennung und Gesundheits-Check-ups, in Anspruch nehmen. Wie diese Leistungen derzeit genutzt werden und zukünftig verbessert werden können, wird ab April in der Studie „Prävention im Alter Sachsen-Anhalt – PrimA LSA“ untersucht und ausgewertet.

Das Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, kurz ISMG, der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien der Hochschule Magdeburg-Stendal planen dafür eine großangelegte Einwohnerbefragung in Magdeburg, Halle, Sangerhausen und Wanzleben-Börde. Insgesamt 4000 Personen ab einem Alter von 55 Jahren wurden vom Einwohnermeldeamt ausgelost und erhalten per Post Fragebögen.

Impfen und Zahnarzt sind Themen

Gefragt wird zum Beispiel nach dem individuellen Impfverhalten oder ob die jährliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt regelmäßig wahrgenommen wird. Die Teilnahme ist freiwillig und die Auswertung der Daten erfolgt anonymisiert. „Für Sachsen-Anhalt liegen bisher keine fundierten Daten zur Inanspruchnahme präventiver Leistungen vor, die auch die Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner einschließen“, erklärt Privatdozent Dr. Enno Swart vom ISMG, „in unserer Untersuchung interessieren uns daher vor allem die Gründe, weshalb spezielle Angebote von dieser Bevölkerungsgruppe gut oder nicht genutzt werden.“

Neben der Befragung werden in den kommenden anderthalb Jahren zusätzlich Abrechnungsdaten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts anonym und unter Wahrung des Datenschutzes ausgewertet.

Interviews zur Lebensqualität

Zusätzlich sind im Sommer Interviews geplant, um nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ die Gründe dafür zu erforschen, weshalb die Einwohner Präventionsmaßnahmen nutzen oder nicht in Anspruch nehmen. Ziel ist es, die Präventionsangebote weiter zu verbessern sowie deren Wahrnehmung zum Erhalt von Gesundheit und Lebensqualität zu fördern. Die Studie wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.