Photovoltaikanlage für Kinderzentrum

Magdeburger Ingenieure helfen in Tansania

Magdeburger Ingenieure wollen in einem Kinderzentrum in Tansania eine Photovoltaikanlage installieren. Hilfe wird gebraucht.

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Magdeburg l Magdeburger Ingenieure wollen in einem Kinderzentrum in Tansania eine Photovoltaikanlage und eine Ladestation installieren. So soll die Stromversorgung gesichert werden. Doch für das Projekt, das Ende Oktober starten soll, fehlt dem Verein noch Geld.

Die Idee für das Projekt gibt es seit 2014. Bereits vor anderthalb Jahren entstanden erste Entwürfe für das Versorgungssystem des Kinderzentrums in Mapanda, einem Dorf im Süden Tansanias. "Anschließend haben wir die Gegebenheiten vor Ort erkundet", sagt Franka Kretschmer von der Regionalgruppe Magdeburg von Ingenieure ohne Grenzen. Nun stehe das Konzept. "Ende Oktober soll es losgehen", sagt Doktorandin Kretschmer. Sie hat Energieverfahrenstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert.

In dem Kinderzentrum in Mapanda werden etwa 150 Kinder im Vorschulalter betreut. Das Haus wurde von der Diözese der evangelisch-lutherischen Kirche von Tansania in Zusammenarbeit mit der Dorfbevölkerung errichtet. Allerdings gibt es in dem Ort keine öffentliche Stromversorgung. "Die dadurch fehlenden Möglichkeiten wirken sich in vielen Lebensbereichen aus. Jedoch sind die Nachteile im Bildungssektor besonders gravierend, da die Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind", erklärt Kretschmer.

Das soll sich mit der Photovoltaikanlage und einer Ladestation ändern. Die Anlage soll das Gebäude beleuchten und Strom für Computer und Radios liefern. Für die Installation haben sich die Magdeburger Ingenieure für ein einfaches, aber wirkungsvolles System entschieden. So soll die Anlage in zwei Modi genutzt werden können. Zum einen soll es möglich sein, Niederspannungsgleichstrom für die Beleuchtung zu erzeugen.

Zum anderen soll die Umwandlung des produzierten Gleichstroms in Wechselstrom für die Nutzung von Computern und Radios möglich sein. Außerdem werden Akkus installiert, die ausreichend Kapazität haben, um vier bis sechs Tage zu überbrücken.

Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert der Verein mit 10.000 Euro, die über Spenden gesammelt werden sollen. "Die Zeit drängt", so Kretschmer. Bereits im November dieses Jahres soll die Anlage installiert werden. Neben dem gemeinsamen Aufbau und einer Einweisung der zwei technischen Verantwortlichen, des zuständigen Reverends und des Personals aus Mapanda soll ein von "Ingenieure ohne Grenzen" konzipierter Workshop zu Elektrizität pilothaft in Mapanda durchgeführt werden. "Wir wollen da nicht nur einfach etwas hinstellen, sondern die Leute vor Ort sollen den Umgang selbst lernen und mitmachen", sagt Kretschmer. Ziel der Ingenieure sei es auch, alle Materialien vor Ort zu kaufen. Doch auch nach der Installation soll nicht Schluss sein. "Nach einem Jahr wollen wir schauen, wie das Projekt läuft", sagt Franka Kretschmer.

Auf dieser Internetseite kann man sich über den Spendenstand des Projektes informieren und selbst auch spenden: www.betterplace.org/de/projects/21797-energizing-education-energieversorgung-fur-ein-kinderzentrum-in-mapanda#project_info