Puppentheater

Magdeburger Puppenspieler lassen Kinderbuch „Alle seine Entlein“ lebendig werden

Von Christina Bendigs
Puppenspielerin Freda Winter hier mit Regisseur Hans-Jochen Menzel bei den Proben zur neuen Inszenierung ?Alle seine Entlein?. Das Stück beruht auf dem gleichnamigen Kinderbuch.
Puppenspielerin Freda Winter hier mit Regisseur Hans-Jochen Menzel bei den Proben zur neuen Inszenierung ?Alle seine Entlein?. Das Stück beruht auf dem gleichnamigen Kinderbuch. Foto: Anjelika Conrad/Puppentheater Magdeburg

Magdeburg

Spiegel-Ei, Ei auf Kariert, Ei in Gefahr, Zwei-Bein-Ei – mit der neuen Inszenierung für Kinder ist das Puppentheater Magdeburg auf das ovale Rund gekommen. Das Kinderbuch „Alle seine Entlein“ von Christian Duda und Julia Friese aus dem Jahr 2001 wird für die Bühne des Puppentheaters adaptiert. Und ein Ei spielt dabei eine besondere Rolle.

„Alle seine Entlein“ ist bereits die vierte Produktion, die nicht wie geplant zur Premiere kommen wird, berichtet die zuständige Dramaturgin Miriam Locker. Bis zuletzt war noch gehofft und gebangt worden, dass das Stück am 15. Mai erstmals vor Publikum im Magdeburger Puppentheater zu sehen sein würde. Doch dann folgte der nächste Lockdown.

Dennoch sollen Leute neugierig werden auf das Stück, das aus Sicht von Miriam Locker zwar für Kinder gemacht, aber durchaus auch für Erwachsene geeignet ist. Im Stück geht es um einen Fuchs, der so gern Ente essen möchte, ein Ei findet und schließlich hin- und hergerissen ist zwischen seiner Begierde und dem sich sachte knüpfenden Band der Freundschaft. Es gehe um Fragen dazu, wie Liebe, Freundschaft und Familie entstehen. Miriam Locker versteht die Geschichte daher auch als Parabel. Sie biete sehr viele Anknüpfungspunkte und Raum für Interpretation. Wie es ausgeht? Das wird hier natürlich noch nicht verraten. Schließlich soll der Überraschungseffekt für die Zuschauer noch erhalten bleiben.

Illustrationen aus Kinderbuch auf der Bühne

Aber zumindest so viel gibt Mariam Locker bereits bekannt: Das Puppentheater habe die Rechte am Buch erhalten, so dass Illustrationen daraus auch auf der Bühne zu sehen sein werden.

Miriam Locker hat auch das Gespräch zu Julia Friese gesucht, um Eindrücke für das Stück zu sammeln. Das sei ihre Aufgabe als Dramaturgin: „Tief hineinzugehen in die Geschichte, Deutungsmuster und Dinge zu finden, die ich dann mit dem Team teile.“ Als Dramaturgin besucht sie die Proben regelmäßig und ist dabei stets auch mit dem Regisseur im Gespräch. Im Fall der Produktion „Alle seine Entlein“ sei der Regisseur mit Hans-Jochen Menzel ein sehr erfahrener. Die Puppenspielerinnen Luisa Grüning und Freda Winter werden auf der Bühne die Figuren lebendig erscheinen lassen.

Vor fünf Wochen etwa haben die Proben begonnen. Zunächst werde an einzelnen Szenen gearbeitet, später die Szenen zu einem großen Ganzen zusammengefügt, Spannungsbögen werden sowohl innerhalb einzelner Szenen als auch in der Gesamtproduktion gezogen, berichtet Locker über die Arbeitsweise.

Probentagebuch gibt Einblick in Inszenierung

Damit es für die Zuschauer auch noch spannend bleibt, wenn sie ins Puppentheater gehen, werde aus den Produktionen üblicherweise vor der Premiere relativ wenig verraten, erklärt Miriam Locker. Doch in diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie alles anders. Und weil das Stück in die nächste Spielzeit verschoben wurde, erhält es nun doch schon auf andere Weise eine kleine öffentliche Bühne.

Bereits zum zweiten Mal begleitet eine Dramaturgin die Probenzeit mit einem Probentagebuch im Internet. In der Inszenierung „Frau von früher“ hatte Anna-Maria Polke das Tagebuch betreut. Nun ist es Miriam Locker. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin will sie den Fokus stärker auf fotografische Eindrücke aus dem Probenbetrieb legen. Mit den Fotos möchte sie eine Stimmung transportieren, aber auch auf Lustiges und Humorvolles aufmerksam machen, das während der Proben geschieht. Und irgendwann wird hoffentlich auch die ganze Inszenierung auf der Bühne zu sehen sein.