Sanierung

Magdeburger Schwimmhalle bekommt neues Edelstahlbecken

Die Schwimmhalle in Magdeburg-Stadtfeld wird derzeit saniert. Ein Edelstahlbecken sowie neue Wassertechnik sollen die früheren Probleme künftig verhindern.

Von Stefan Harter
In der Schwimmhalle in Magdeburg-Stadtfeld wird ein Edelstahlbecken eingebaut.
In der Schwimmhalle in Magdeburg-Stadtfeld wird ein Edelstahlbecken eingebaut. Foto: Uli Lücke

Magdeburg - Ohrenbetäubend laut kreischt die Säge in der fast menschenleeren Schwimmhalle an der Großen Diesdorfer Straße und zerteilt das meterlange Edelstahlblech. Die Mitarbeiter der Firma Berndorf Bäderbau aus Österreich sind erst seit gut zwei Wochen zugange, haben aber schon einiges geschafft. Die Wände des 50 mal 25 Meter großen Schwimmbeckens sind bereits in weiten Teilen in Metall gekleidet.

Das Edelstahlkleid soll dafür sorgen, dass die frühere Dynamo-Schwimmhalle aus den Negativ-Schlagzeilen kommt. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Havarien gegeben, obwohl die Halle erst 2011 saniert worden war. Zuletzt war Wasser aus dem Schwimmbecken ausgetreten, was offenbar an der defekten Beckenfolie gelegen hatte.

Teuer, aber langlebig

Daraufhin hatte die Stadtverwaltung den Plan für die robustere und langlebigere, dabei aber auch teuerere Edelstahllösung gefasst. Der Stadtrat folgte dieser Entscheidung und brachte das Vorhaben auf den Weg. Und das im „Sprint“, wie Stefan Matz, zuständiger Mitarbeiter im Fachbereich Schule und Sport, bekräftigt.

Erst vor wenigen Wochen war die Becken-Maßnahme an die Spezialisten aus Österreich vergeben worden. Jetzt sind sie schon eifrig am Verschweißen. Der Zeitplan drängt, denn Ziel ist es, dass mit dem Beginn des kommenden Schuljahres die Schwimmhalle wieder ihren Betrieb aufnehmen kann. „Das ist ein sehr sportlicher Plan“, räumt Matz ein. Bisher laufe aber alles danach.

Zeitgleich mit dem Edelstahlbecken wird auch die gesamte Wassertechnik mit Pumpen und Düsen auf den neuesten Stand gebracht. Dort hatte es in der Vergangenheit wiederholt Probleme gegeben. Diese sollen nun eben dieser Vergangenheit angehören, so die Hoffnung der Verwaltung. 1,2 Millionen Euro kostet die Investition in die Zukunft.

Anfang September 2021 soll das Schwimmbecken in Magdeburg-Stadtfeld wieder mit Wasser gefüllt sein.
Anfang September 2021 soll das Schwimmbecken in Magdeburg-Stadtfeld wieder mit Wasser gefüllt sein.
Foto: Uli Lücke

Als allerletztes wird der Boden des Beckens mit Edelstahl ausgelegt, damit man nicht mehr so viel darüberläuft, so Stefan Matz. Die jeweils fünf Meter langen Teile seien alle einzeln vorab nummeriert worden und werden vor Ort wie ein überdimensionales Puzzle zusammengesetzt.

Farbprobe vor dem Start

Dann wird es spannend, wenn das Wasser eingelassen wird. Fünf Tage dauert es, bis das Becken wieder vollständig gefüllt ist. Anschließend wird per Farbprobe geprüft, ob der Wasseraustausch wie vorgeschrieben funktioniert. Klappt alles, steht der Eröffnung Anfang September 2021 nichts mehr im Weg. Dann wird sich auch die Situation beim Vereins- und Schulsport wieder deutlich entspannen, wie Stefan Matz weiter erklärt.

Seitdem die Diesdorfer Halle wegen der Havarie gesperrt war, musste sich dieser auf die übrigen Schwimmhallen der Stadt aufteilen. Ausnahmsweise war Corona dabei von Vorteil, da diese ohnehin die meiste Zeit geschlossen waren. Aktuell ist lediglich die Elbeschwimmhalle für das öffentliche Baden geöffnet, da die Freibadsaison läuft. Die Schwimmhalle Olvenstedt wird zudem für den Vereins- und Schulsport genutzt.