Livestream

Magdeburger Siemensgymnasium zeigt Falken-Fernsehen

Unter dem Dach des Werner-von-Siemens-Gymnasiums nisten zwei Turmfalkenpaare. Per Livestream im Internet können Interessierte einen Blick in die Kinderstube werfen.

Von Stefan Harter
Am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Magdeburg sind die ersten Falkenküken geschlüpft. Das Nest kann im Livestream beobachtet werden.
Am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Magdeburg sind die ersten Falkenküken geschlüpft. Das Nest kann im Livestream beobachtet werden. Foto: Paula Zimmermann

Magdeburg - „Man könnte sagen, wir sind im Falkenfieber“, sagt Paula Zimmermann, die das Projekt betreut. Über Twitter wird die Welt über die Zahl der bereits geschlüpften Falkenküken auf dem Laufenden gehalten. Wer selbst dabei zusehen will, wie die Eltern ihren Nachwuchs versorgen, kann das über einen Livestream auf der Website des Werner-von-Siemens-Gymnasiums verfolgen. Und auf die nächsten Küken warten: Denn auch am zweiten Nistplatz hat sich ein weiteres Pärchen der Raubvögel eingenistet, das derzeit noch brütet.

„Wir überwachen das Geschehen aktuell hauptsächlich über einen sogenannten Telegrambot. Die Kamera sendet automatisch bei Bewegung ein Foto an die kleine Beobachtergruppe“, erklärt die Informatiklehrerin. Neben ihr ist Zwölftklässlerin Katharina Bade für das Beobachtungsprojekt verantwortlich. Sie hatten im Frühjahr die Technik für die Liveübertragung im Dachboden eingerichtet.

Krähe klaut Ei

Der Livestream wird rund um die Uhr aufgezeichnet, so dass bei Auffälligkeiten der jeweilige Ausschnitt heraussucht werden kann. Und passiert ist einiges, seitdem Ende April das erste Ei gelegt worden war. Eins der Eier wurde von einer Krähe geholt, ein weiteres hat das Falkenweibchen selbst zerstört.

Doch jetzt gab es die erhofften positiven Nachrichten: Fünf Küken sitzen im Nest und ziehen die Aufmerksamkeit ihrer Eltern auf sich. Und die einiger Zuschauer. Der Stream werde nicht nur von Kollegen und Schülern, sondern auch von Eltern und vor allem ehemaligen Kollegen sowie einfach interessierten Personen täglich mehrmals abgerufen, weiß Paula Zimmermann. Aktuell seien es bis zu 70 neugierige Falkenfreunde. „Häufig habe ich schon eine Nachricht von anderen erhalten, bevor ich selbst den Telegrambot abgerufen habe“, sagt sie über das Interesse.

Zweites Gelege noch intakt

Das wird wohl noch anhalten. Denn im zweiten Nest werden die Eier noch fleißig ausgebrütet. Sie wurden erst vor gut zwei Wochen gelegt, weil sich zuvor noch ein Entenpaar für das „Penthouse“ im Schulgebäude interessiert hatte. „Nachdem die Enten endlich eingesehen haben, dass das nicht der beste Nistplatz wäre, sind vor vier Wochen die Falken eingezogen“, erzählt die Lehrerin. „Wir gehen davon aus, dass die Küken um den 20. Juni schlüpfen werden.“

Aktuell laufe der Livestream noch etwas ruckelig, was wohl an der schlechten Verbindung liegt. Für das kommende Jahr müsste man entsprechend aufrüsten, meint Paula Zimmermann, wenn das Publikum die Falkenküken weiter sehen will.