Über 13 Hektar Bauland

Magdeburger Stadtrat entscheidet über neue Eigenheimsiedlung in Diesdorf

Bebauungsplan für Diesdorfer Siedlung vor dem Abschluss

Von Marco Papritz
So wie am Kümmelsberg sollen auf einer Ackerfläche, die an der Straßenbahnwendeschleife in Magdeburg-Diesdorf grenzt, Eigenheime errichtet werden.
So wie am Kümmelsberg sollen auf einer Ackerfläche, die an der Straßenbahnwendeschleife in Magdeburg-Diesdorf grenzt, Eigenheime errichtet werden. Foto: Marco Papritz

Magdeburg

Im Vergleich zu anderen Eigenheimgebieten ähnlicher Größe steht das Verfahren für den Bebauungsplan (Nr. 367-3) „Diesdorf südlich Wendeschleife“ etwas mehr als zwei Jahre nach dessen Einleitung vor dem Abschluss. Die Stadtverwaltung hat das finale Papier erarbeitet, das im Juni dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt wird. Die Einfamilien- und Doppelhaushälften dürfen in den verschiedenen Bereichen nicht höher als 9,4 beziehungsweise 11 Meter sein, Dachflächen von Nebengebäuden, Garagen und Carports sind zu begrünen, die Bebauung und Erschließung wird so ausgerichtet, dass sie der Durchströmungsrichtung der Kaltluft entspricht, Kernzonen sind frei zu halten. Mit Auflagen wie diesen soll der Besonderheit des Gebiets, das sich in einem für das Stadtklima wichtigen Bereich befindet, mit der Satzung Rechnung getragen werden. Für Bauwillige interessant: Die Mindestgrundstücksgrößen umfassen in den verschiedenen Bereichen des Baugebiets 540 bis 1000 Quadratmeter (Einfamilienhäuser) und 360 Quadratmeter für Doppelhaushälften. Zur Erhaltung der Kaltluftventilationsbahn ist unter anderem vorgesehen, einen 15 Meter breiten Feldgehölzstreifen entlang der Südgrenze des Geländes anzulegen. Außerdem sehen die Pflanzgebote unter anderem vor, dass auf sieben der zwölf Bauabschnitte jeweils mindestens ein Baum pro Grundstück zu pflanzen ist.

Protesten steht Bedarf an Bauflächen gegenüber

Auflagen wie diese kommen nicht von ungefähr. Der Plan einer eigens gegründeten GmbH (die Eigentümer beabsichtigen als Antragsteller und Erschließungsträger die Entwicklung des Areals), auf einer landwirtschaftlichen Fläche mit einer Größe von etwa 13,8 Hektar nahe der Straßenbahnwendeschleife Eigenheime errichten zu wollen, wurde von Anfang an mit allerhand Gegenwind begleitet. Im Stadtrat und dessen Ausschüssen sowie unter Bewohnern von Diesdorf wurde unter anderem eine Grundsatzdiskussion geführt, ob „wertvoller Bördeboden für den Bau von Einfamilienhäusern“ genutzt werden sollte, zumal das Areal in einem für das Stadtklima bedeutenden Bereich liegt. Bewohner umliegender Bereiche protestierten gegen die mit dem Siedlungsvorhaben einhergehende Erhöhung des Verkehrsaufkommens in den Wohngebieten und die aus ihrer Sicht weiter ansteigende Verkehrsüberlastung, die sich beispielsweise in den Morgenstunden in der Ummendorfer Straße zeigt, die von sogenannten Elterntaxis auf dem Weg zur Grundschule sowie von Bewohnern aus anderen Diesdorfer Wohngebieten zur Fahrt zur Arbeit genutzt wird. Weiteren Unmut förderte der Plan, das Eigenheimgebiet unter anderem über den Diesdorf-Privatweg zu erschließen. Dieses Vorhaben soll laut Satzungsentwurf auch umgesetzt werden.

Das Areal umfasst über 13 Hektar und wird derzeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt.
Das Areal umfasst über 13 Hektar und wird derzeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt.
Grafik: prePress Media Mitteldeutschland GmbH

All diesen Punkten wird entgegengehalten, dass mit dem Siedlungsvorhaben „der anhaltend sehr hohen Nachfrage nach Bauparzellen für Eigenheime in der Stadt und insbesondere im Stadtteil Diesdorf entsprochen werde“, wie es in der Begründung der Satzung heißt. Zudem ist geplant, ein Angebot für betreutes Wohnen und Pflege in dem neuen Wohngebiet zu schaffen.