Naturschutz

Magdeburger suchen Paradiese für Insekten

Henry Sonnet und ein Verein möchten in Magdeburg Insektenparadiese schaffen und andere Magdeburger für das Projekt begeistern.

Magdeburg l Viele Menschen können viel mehr tun – Henry Sonnet ist davon überzeugt, dass auch die Magdeburger etwas gegen das Insektensterben tun können. Der Informatiker hat seinen Garten im Wiesenweg an der Berliner Chaussee dazu in eine wahre Experimentierstube verwandelt: Er möchte ausprobieren, welche Pflanzen sich an diesem Standort eignen, um der einheimischen Natur auf die Sprünge zu helfen.

„Ich bin keineswegs ein Insektenexperte. Aber ich möchte etwas für den Erhalt unserer Natur tun“, sagt er. Denn klar ist: Mit einem komplizierten Beziehungsgeflecht hat jeder einheimische Käfer, jeder selten gewordene Schmetterling, jede auf der Roten Liste vom Aussterben verzeichnete Wildbiene ihren Platz. Tragen sie als Bestäuber von Blütenpflanzen und als Nahrung von Vögeln und Säugetieren erst zur Vielfalt der Natur bei.

Dass er allein nicht viel erreichen kann, weiß er. Daher hat er mit dem Verein Grünstreifen einen Wettbewerb ins Leben gerufen, an dem all jene teilnehmen können, denen ein Stück Boden zur Verfügung steht, auf dem sie insektenfreundliche Pflanzen ausbringen und möglichst auch Unterschlupf für die Tiere bereitstellen. „Wir werden das Ganze mit einem Blog begleiten“, sagt Henry Sonnet. Der Wettbewerb läuft unter www.es-summt.de.

Eng verknüpft ist diese Seite mit dem Portal www.smagy.de, auf dem man sich für den Wettbewerb auch anmeldet. Das Portal wird mitgenutzt, da die Wettbewerbsteilnehmer hier auch auf Pflanzen-Porträts zugreifen können und sich inspirieren lassen können. Und in einer Karte können die teilnehmenden Insekten-Paradiese angezeigt werden. „Das Besondere ist, dass neben den Pflanzen auch Insektenarten zu sehen sind, die von den Insekten-Paradiesen theoretisch angelockt werden würden“, erläutert Henry Sonnet. Diese Informationen werden sichtbar, wenn man auf „Mehr zeigen“ klickt.

Damit ein Wettbewerb funktioniert, braucht es Preise. „Bei diesen wagen wir auch ein Experiment“, sagt Henry Sonnet und erläutert: „Wir rufen dazu auf, dass Preise gespendet werden können. Aktuell haben wir zum Beispiel eine exklusive Kräuterwanderung mit Kevin Zachau, einen LattenRast-Stuhl und Gutscheine.“ Um möglichst viele Preispakete zu schnüren – damit nicht nur die ersten drei Platzierten einen Preis bekommen – sind die Initiatoren des Vorhabens noch auf der Suche nach Unterstützern.

Um die Idee weit zu säen, geht es nicht allein darum, weitere Magdeburger für die Idee der Insekten-Paradiese zu begeistern. Es geht auch darum, Kontakte zu Ansprechpartnern in Kleingartensparten zu knüpfen. Und es geht darum, Menschen ausfindig zu machen, die bereits jetzt schon ihren Garten besonders insektenfreundlich ausgerichtet haben. „Die würden wir dann auch gern besuchen kommen, um ihre Erfahrungen zu teilen“, lädt Henry Sonnet zur Vernetzung im Namen des Natur- und Umweltschutzes ein.