Gastronomie

Magdeburger Wirte müssen weiter warten

Von Martin Rieß

Magdeburg

Magdeburger Gastronomen hätten am liebsten schon direkt nach Ostern 2021 auf Terrassen und Freiflächen den Betrieb unter strengen Hygienevorgaben aufgenommen – doch daraus wird auch dieses Wochenende nichts. Eine Arbeitsgruppe der Gastronomen hatte sich am Donnerstagabend miteinander darüber verständigt, dass – nachdem ihr Vorschlag von der Verwaltung nicht ohne weiteres genehmigt wurde – von ihnen eine weitere Ausarbeitung von Details nicht geleistet werden könne.

Einer von ihnen ist Matthias Nawroth, der den Magdeburger Ratskeller betreibt. Er sagte gegenüber der Volksstimme: „Wenn es beispielsweise um eine elektronische Nachverfolgung von Kontakten geht, können wir als Gastronomen da selber nur sehr wenig festlegen.“ Er sieht, nachdem die Landesverwaltung zum Magdeburger Vorstoß einer Öffnung der Gastronomie Zustimmung signalisiert hatte, weiterhin die Stadt in der Pflicht. Die Magdeburger Gastronomen haben dabei die Landkreise Börde und Harz im Blick, in denen ja bereits Freigaben in Form von Modellprojekten erfolgt sind.

Projektskizze ist Voraussetzung

Wirtschaftsdezernentin Sandra Stieger hat vom Wirtschaftsministerium Unterstützung zugesagt bekommen, auch mit Blick auf die Erfahrungen aus dem Harz. Sie hat dabei aber auch die Vorgaben des Landes genau im Blick und sagt: „Es ist klar geregelt, dass wir von den Interessenten eine Projektskizze bekommen, in der festgehalten ist, wie die Sicherheit gewährleistet werden soll.“ Dies wird um Informationen von der Stadt angereichert und beim Land beantragt. Die Projektskizze könne dabei durchaus kompakt sein, sollte aber von den Gastronomen selber kommen: Sie wissen selbst, was sie wie umsetzen können, so die Wirtschaftsbeigeordnete. Die Stadt sei in der Pflicht, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Sobald dieses Papier vorliege, werde es an die sachsen-anhaltische Landesverwaltung weitergeleitet, sagte sie jetzt.

Magdeburgs Amtsarzt Eike Hennig hatte derweil während einer Ausschusssitzung deutlich gemacht, unter welchen Bedingungen er einen Gastronomiebetrieb derzeit für möglich hält: „Es geht wirklich erst einmal nur um den Betrieb im Außenbereich und darum, dass jeder konsequent einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz nutzt, sobald der seinen Platz verlässt.“ Ausdrücklich nicht gemeint ist also der Betrieb enger Bars mit eng aneinandergerückten Menschen.

Frage, ob es sich lohnt

Ob derweil der Testbetrieb in Magdeburg eine Perspektive ist, wird jeder Wirt individuell entscheiden müssen: Weder ist klar, ob das Wetter für Außengastronomie mitspielt, noch ist klar, ob neue Einschränkungen durch Bundes- oder Landpolitik alle Bemühungen ausbremsen. Viele derer, die über eine Öffnung nachdenken, stehen vor der Entscheidung, ob Personaleinsatz und Einkauf von Lebensmitteln bei einem begrenzten Terrassenbetrieb wirtschaftlich sind.

So denn ein Modellprojekt zur Öffnung von Einrichtungen zum Beispiel aus den Bereichen Kultur, Sport oder Gastronomie genehmigt wird – könnten dann alle der Branchen mit aufspringen? „Nein, das ist nicht der Fall. Nutzen könnten eine entsprechende Regelung nur diejenigen, die unter dem Antrag stehen“, sagte derweil Rathaussprecher Michael Reif auf Nachfrage der Magdeburger Volksstimme.