WLAN

Magdeburgs Innenstadt wird zur Internetzone

Die freien Internetzugänge für mobile Endgeräte sollen in der Magdeburger Innenstadt vereinfacht und ausgeweitet werden.

Magdeburg l Der Zugang zu Magdeburgs WLAN-Netz, den „Otto-Hotspots“, wird einfacher. Ab sofort ist keine umständliche Anmeldung per SMS mehr notwendig, um kostenfrei im Internet zu surfen. Auch die Eingabe von Daten ist laut Betreiber, dem Magdeburger Netzanbieter MDCC, nicht mehr erforderlich. „Der Nutzer muss lediglich einen Haken setzen, mit dem die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden, dann kann er lossurfen“, sagte MDCC-Sprecher Ralf Taschner. Außerdem werde die aktuell zweistündige kostenfreie WLAN-Nutzung pro Tag auf sechs Stunden erweitert und damit verdreifacht.

Für Außenstehende kommt die Änderung überraschend, hatte es in Magdeburg um die Öffnung der WLAN-Netze im vergangenen Jahr noch lange Debatten gegeben. Bei einem Vortrag hatte die MDCC vor den Gefahren von offenen WLAN-Netzen gewarnt. „Zunächst stand die Erhöhung der Attraktivität für eine Nutzung der Otto-Hotspots im Vordergrund. „Diese wird unseres Erachtens bereits durch die einfachere Handhabung erreicht. Ferner stehen durch die Ausweitung auf sechs Stunden Onlinezeit den Magdeburgern und Touristen die Otto-Hotspots quasi ganztägig zur Verfügung“, erklärte MDCC-Sprecher Taschner die neue Linie.

Ein weiterer Grund war aber die vom Bundestag beschlossene Abschaffung der Störerhaftung. „Der durch den Bundestag beschlossene Wegfall der Störerhaftung hat den Entschluss sowie die Umsetzung der Attraktivitätssteigerung lediglich bestärkt und beschleunigt“, so Taschner zur Volksstimme.

Die kostenlose Nutzung des Internets über die „Otto-Hotspots“ gehört in der Innenstadt Magdeburgs bereits seit 2014 zum Alltag. Die Idee und der Auftrag für die Errichtung eines gebührenfreien WLAN-Netzes kamen aus den Reihen der Stadträte. Insgesamt 18  „Otto-Hotspots“ sind aktuell in Magdeburg freigeschaltet. Alle Hotspots zusammengenommen, wurden im April 2747 und im Mai 2286 Einwahlen verzeichnet.

Auch in eine weitere Sache kommt Bewegung. Die Stadt befindet sich derzeit in Gesprächen mit den Freifunkern. Die private Initiative will ein frei zugängliches WLAN-Netz über die ganze Stadt spannen, braucht dafür aber den Zugang zu hohen öffentlichen Gebäuden wie etwa dem Albinmüller-Turm, wo sie ihre Richtfunkantennen aufstellen kann. Schon Dutzende Geschäfte, Restaurants und Kneipen bieten Freifunk an. „Wir freuen uns, dass bei den „Otto-Hotspots“ die Registrierung wegfällt und die Nutzungsdauer erhöht wird“, sagte Freifunker Michel Vorsprach vom Verein Netz 39. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, berichtete er. Man sei aber erst am Ziel, wenn es in der Stadt kostenfreies flächendeckendes WLAN gebe.