Theater Magdeburg

Misstöne rund ums Magdeburger Ballett und Gonzalo Galguera

Von Martin Rieß
Coppelia war eine der Aufführungen im Ballett am Theater Magdeburg.
Coppelia war eine der Aufführungen im Ballett am Theater Magdeburg. Archivfoto: Andreas Lander

Magdeburg

Während über die bauliche Zukunft des Theaters Magdeburg nachgedacht wird und während noch nicht einmal ein Plan für die kommende Spielzeit der Öffentlichkeit vorgelegt wurde, gibt es schon beherzte Diskussionen um die übernächste Spielzeit. Denn dann wird aller Voraussicht nach Gonzalo Galguera, Leiter der Sparte Ballett, nicht mehr mit an Bord sein. Es ist der Zeitpunkt, wann Julien Chavaz die Generalintendanz übernimmt.

Diesen Schritt kann ein Teil der Magdeburger Ballettliebhaber nicht nachvollziehen. Sie verweisen in Leserbriefen und Internetposts auf die Erfolge Galgueras und darauf, dass er über die Grenzen Magdeburgs hinaus gewirkt hat. Kritiker einer Nichtverlängerung des Vertrags mit dem Ballettchef haben gestern eine Petition aus dem Boden gehoben. Unter dem Titel „Rettet das klassische Ballett in Magdeburg“ läuft diese auf der Plattform change.org im Internet. Innerhalb der ersten 18 Stunden gab es rund 400 Unterzeichner.

Findung vor einer Jury

Zwar ist eine solche Petition weder repräsentativ noch bindend – einen klaren Adressaten hat sie dennoch. Sie richtet sich an den Magdeburger Stadtrat, an Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz und an den Kulturausschussvorsitzenden Oliver Müller (Linke).

Auf Nachfrage der Volksstimme erläuterte er Zusammenhänge: „Grundsätzlich ist es so, dass die Personalhoheit allein bei der Generalintendanz liegt. Das kann man nun finden, wie man will. Es ist aber so. Und es wurde meines Wissens nach von keinem infrage gestellt - auch im gesamten Prozess der Neubesetzung nicht, in dessen Ergebnis Herr Chavaz einstimmig bestellt worden ist.“ Für die Neubesetzung war eine Jury berufen worden, in der auch Fachleute nicht allein aus Magdeburg mitgewirkt haben.

Gespräche mit Künstlern nicht abgeschlossen

Julien Chavaz übernimmt die Generalintendanz von Karen Stone. Wie bei Intendanzwechseln durchaus nicht unüblich, werden künstlerische Stellen dabei neu besetzt. Geboten ist in einer solchen Situation, die Betroffenen über eine mögliche Nichtverlängerung von Verträgen rechtzeitig zu informieren.

Inwiefern öffentlich ausgetragene Diskussionen um Personalfragen dem Theater Magdeburg insgesamt zuträglich sind, ist ungewiss. Denn klar ist: Gespräche mit anderen interessanten Künstlern, die Magdeburg voranbringen könnten und die Chavaz ans Theater holen würde, sind längst noch nicht abgeschlossen.