Magdeburg l In diesem Jahr endet der Zeitraum, für den der Magdeburger Stadtrat 2017 einen jährlichen Zuschuss für das Kaiser-Otto-Fest in Höhe von 119 000 Euro beschlossen hatte. Wie es danach mit dem historischen Spektakel zwischen Dom und Kloster weitergehen soll, wäre damit vakant – wenn nicht die Stadtverwaltung einen Vorschlag vorgelegt hätte, die gleiche Summe auch in den kommenden Jahren zu zahlen.

Dass es ohne Zuschuss nicht gehen wird, machte Torsten Fraß, Geschäftsführer der Kaiser-Otto-Fest-GmbH, während der Sitzungen mehrerer Ausschüsse deutlich: Es steigen nicht allein die allgemeinen Kosten. Insbesondere das Thema Sicherheit schlage immer stärker zu Buche. Im Kulturausschuss sagte er: „Es geht auf diesem Niveau nur mit Zuschuss der Stadt. Die Kulissen und Stücke – all dies können wir nirgends einkaufen und müssen es selber produzieren.“ Und dieser Anspruch war es, der die Stadt seinerzeit überhaupt erst bewogen hatte, das Kaiser-Otto-Fest zu unterstützen: Es sollte Wissen insbesondere für Kinder und Jugendliche vermittelt werden.

Werbung für die Stadt

Dass dies inzwischen gut funktioniert, bestätigte FDP-Stadträtin Carola Schumann während der Sitzung des Kulturausschusses: „Wir hatten im vergangenen Jahr beispielsweise Besuch aus Hamburg. Und unsere Gäste waren hellauf begeistert und wollen wiederkommen.“ Besonders gut angekommen seien das sprechende Wappen und die Vielfalt der Stände. „Das war beste Werbung für Magdeburg“, so die Stadträtin.

Torsten Fraß wies derweil darauf hin, dass nach wie vor mit der Ausrichtung von Freiluftveranstaltungen große Risiken eingegangen wurden. Vor vier Jahren hatte es dazu unter anderem die Diskussion im Stadtrat gegeben, ob die Stadt für Ausfälle durch Wetterunbilden einstehen solle. Dies war seinerzeit abgelehnt worden. Dass das Thema dennoch aktuell ist, zeigt der Verlauf des vergangenen Jahres: Am Freitag und Sonntag hatte das Fest sehr gute Besucherzahlen – doch am Sonnabend war es so heiß, dass viele Menschen der Veranstaltung ferngeblieben waren.

Mit dem Blick auf die gestiegenen Kosten geht der Kulturausschuss sogar noch weiter als die Stadtverwaltung: Man sollte in den kommenden Jahren eher noch 25 000 Euro zusätzlich geben, damit insbesondere die Kosten für die höheren Anforderungen an die Sicherheit aufgefangen werden könnten. Diesem Vorstoß hatte sich auch der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus angeschlossen.

Nicht ganz zufrieden waren derweil in der Mehrheit die Mitglieder aus dem Finanzausschuss. Denn beim Blick auf die Zahlen aus der Verwaltung drängt sich zunächst der Eindruck auf, als habe das Kaiser-Otto-Fest im vergangenen Jahr sogar einen Gewinn erwirtschaftet. Dies, so Torsten Fraß, habe aber damit zu tun, dass zu dem Zeitpunkt, als das Dokument vorbereitet wurde, noch nicht alle Rechnungen vorgelegen hatten. Dabei ging es unter anderem um größere Posten wie die für die Musikrechte. Mit der Bitte, die Zahlen noch einmal zu aktualisieren, hat der Finanzausschuss jedenfalls jetzt erst einmal sein Votum verschoben.