Magdeburg l Im Bahnhof Somborn brennt noch Licht. Ein Herr mit Hut und Koffer erkundigt sich bei einem Schaffner nach dem Fahrplan. Derweil treten weitere Reisende gerade aus dem Gebäude heraus. Andere warten auf Bänken. Kofferwaage, Papierkorb, ein Bahnhofsgebäude mit kompletter Innenausstattung und -beleuchtung – die Illusion ist beinahe perfekt.

Auch die anderen Bereiche der H0-Zimmeranlage, die der Magdeburger Modellbauer Klaus Kosch abfotografiert hat, verblüffen durch ihre detailverliebte Gestaltung. Es sind Teile einer besonderen Anlage, die Kosch „Uwes Unvollendete“ nennt. Denn der Tüftler, der hinter der faszinierenden 22 Quadratmeter großen Modellbaulandschaft steht, ist vor einiger Zeit überraschend verstorben.

Kosch und ein befreundeter Modellbauer aus Rathenow sind nach Nordrhein-Westfalen gefahren und haben die großspurige H0-Anlage mit integrierter 0e-Schmalspurbahn abgebaut. „Dieses modellbauerische Glanzstück muss so weit wie möglich erhalten werden“, sagt Kosch. Es sei derzeit das größte Projekt der Cracauer Modellbahner. Mittlerweile sei die Anlage wieder so weit hergestellt, dass erste Testfahrten möglich seien. Später seien regionale Fahrtreffen geplant, bei denen interessierte Besucher (nach Anmeldung) auch ihre eigenen Fahrzeuge ausprobieren können, verrät Kosch.

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Platz für Uwes Unvollendete

Kinder könnten hier dann Züge selbst steuern und rangieren und ganz nebenbei noch einen Ehrenlokführerschein erwerben. Ein Teil von „Uwes Unvollendeter“ bekommt einen Platz im Vereinsheim der Cracauer Modellbauer in Schönebeck, ein Teil wird in Rathenow zu Hause sein.

Wie weiter in Corona-Zeiten? „Wir denken über kleine Präsentationen und Ausstellungen nach“, erzählt Klaus Kosch. Zu zeigen gebe es immer etwas aus dem Fundus der Magdeburger Modellbauer, sobald es die Situation wieder zulasse. Der Verein werde darüber dann rechtzeitig informieren.