Magdeburg l Eine Modenschau ist im Alten Rathaus ein seltenes Schauspiel, am Sonnabend, 26. Oktober 2019, wurde sogar eine mit einem exotischen Tuch geboten. Dabei ging es darum, die chinesische mit der deutschen Kultur zu verbinden. So fanden sich in einem Teil der Modekreationen, die zu sehen waren, auch jede Menge Anlehnungen an die klassische und traditionelle chinesische Mode. Etwa in der farblichen Gestaltung der Stoffe und in Schnittmustern. Bei den Damen standen lange Kleider mit seidenartigen, bedruckten Stoffen im Vordergrund, bei den Herren eher das Leichttragbare. Und auch die berühmten chinesischen Kampfsporttraditionen fanden einen Widerhall im Outfit der Herren.

Symmetrie und Farbe

Der zweite Teil der Modenschau präsentierte einen harten Kontrast zum ersten. Moderne, sportliche Kleidung stand dabei im Mittelpunkt. Und Teil drei der Schau widmete sich der avantgardistischen Mode. Klare Formen, viel Symmetrie und bunte Farbgebung. Ganz klar: Das Bauhaus-Jubiläum stand bei diesen Kleidungsstücken Pate.

Entworfen hatte die Mode die Magdeburger Schule für Mode und Design, die Organisation der Schau fand in Kooperation der Stadt Magdeburg mit der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt und der Shanghai Qiancheng GmbH statt. China werde in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit leider häufig mit Vorbehalten wahrgenommen, sagte Amrin Burkhardt, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt in seiner Begrüßungsrede. Das Anliegen der Gesellschaft sei es darum, über das Land der Mitte aufzuklären und durch viele Veranstaltungen den Menschen in Sachsen-Anhalt näherzubringen. Oft gehe es dabei in erster Linie um wirtschaftliche Aspekte. Die Modenschau sollte dazu beitragen, die reiche Kultur Chinas den Magdeburgern etwas deutlicher zu machen.

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Weltoffenes Magdeburg

Vor allem junge Chinesinnen und Chinesen, die in Magdeburg studieren, hatten bei der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt. Ihnen galt der besondere Dank von Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordnetem Rainer Nitsche. Magdeburg unterhalte enge Beziehungen nach China und wolle diese in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Da die Landeshauptstadt unter anderem die Kreativwirtschaft zu einem wichtigen Faktor der Förderung gemacht habe, sei es naheliegend, auch in diesem Bereich die Zusammenarbeit mit chinesischen Organisationen und Unternehmen zu suchen, so Rainer Nitsche.

Die Mode war an diesem Nachmittag aber nicht die einzige kulturelle Attraktion. Nach der Schau konnten die Besucher nicht nur ins Gespräch miteinander kommen, sondern sich unter anderem auch die traditionelle chinesische Kalligraphie zeigen lassen und Kampfsportvorführunen zuschauen. Daneben wurden klassische Teezeremonien vorgestellt und chinesische Malerei präsentiert.

Und auch ein Stück Weltoffenheit wollte die Stadt mit der ungewöhnlichen Modenschau im Foyer ihres altehrwürdigen Rathauses zeigen.