Magdeburg l Die Betreiber haben die Reißleine gezogen, nachdem sie ein schweres Erbe angetreten hatten. Besucher blieben aus. Die Suche nach einem Investor verlief erfolglos. 

„Der Betrieb ist bereits zum Ende des Vorjahres eingestellt worden. Großraumdiskotheken fehlt gegenwärtig einfach das Publikum“, sagt Steffen Bernsdorf. Mit Detlef Kleine hatte der Unternehmer aus Magdeburg 2013 die Nachfolge des Betreibers der Einrichtung nahe der Salbker Chaussee angetreten, die damals als Funpark geführt worden war. Anfang des Vorjahres waren beide noch optimistisch, das schwere Erbe bewältigen zu können. Die Hypothek, laut Konzession den alten Namen Funpark für ein Jahr weiterführen zu müssen, sei dann aber doch zu groß gewesen, so Bernsdorf.

Am Anfang Optimismus

2006 war die Diskothek am Pallasweg mit einer Fläche von etwa 1600 Quadratmetern als eine der größten Partylokalitäten der Stadt eröffnet worden. In den Bau flossen damals mehr als eine Million Euro. Eine Attraktion waren Themenbereiche, um verschiedene Interessengruppen als Besucher gewinnen zu können. Das ging zunächst auf. Aber es gab auch Negatives: Anwohner beschwerten sich über Lärm. Ein junger Mann starb nach einer Schlägerei in der Nähe der Diskothek.

Bilder

Bernsdorf und Kleine waren 2013 angetreten, sich von diesem Bild zu lösen. Dazu wurden die Themenbereiche in der Diskothek umgestaltet, der Name Music Hall ab 2015 geführt und das Konzept überarbeitet. In einem Loungebereich etwa sollten Besucher die Möglichkeit haben, sich niederzulassen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Vermietungen der Räumlichkeiten an Dritte etwa für Empfänge, Präsentationen und Feiern sollten den regulären Diskobetrieb ergänzen. Die Music Hall sollte als Eventlokalität wahrgenommen werden. Dies klappte anfangs etwa mit einer sogenannten School-is-out-Party recht gut.

Viel investiert

Die Zeit, die man dem neuen Konzept geben wollte, lief dann aber ab. „Wir mussten feststellen, dass die Zeit für Großraumdiskotheken offensichtlich abgelaufen ist. Die Leute wollen Diskos bis maximal 400 Besucher oder feiern gleich unter freiem Himmel“, so Bernsdorf. Dies liege u. a. an geburtenarmen Jahrgängen und dem damit fehlenden Diskonachwuchs sowie der hohen Attraktivität von Sonderveranstaltungen.

Keine ernsten Interessenten

Zwischenzeitlich sei man auch auf Investorensuche gegangen, doch blies man diese ab. „Es gab dabei auch einige dubiose Angebote und Interessenten, die abgesprungen sind, als die Verhandlungen über den finanziellen Rahmen konkret wurden“, sagte er weiter. So kam es zum Entschluss, den Pachtvertrag zu beenden, und eben zum Ende der Disko. Offen ist, wie der Besitzer die Räumlichkeiten künftig nutzen wird.

Derzeit wird das Inventar der Diskothek beim Internetmarkt „Ebay-Kleinanzeigen“ angeboten. Zu haben sind u. a. Gläser, Bars und Tresen sowie der komplette Themenbereich „Alpenmax“, der bajuwarische Glückseligkeit versprühte. Auch ein Komplettverkauf sei möglich, Preise seien verhandelbar.